Hamburg/Bremen

Bremer übernehmen Hamburger Schwergutreederei

Schifffahrtskrise führt zu weiterem Zusammenschluss. Harren & Partner kauft SAL Heavy Lift mit rund 150 Mitarbeitern

Hamburg/Bremen. Die Hamburger Reederei SAL Heavy Lift ist ein Spezialist für die wirklich schweren Fälle: Eine komplette Strandterrasse für das Luxushotel Burj Al Arab in Dubai haben die Hamburger schon transportiert. Windräder, Hafenkräne und Brücken schultern die 15 Spezialschiffe der Flotte. Doch so richtig gut läuft das Geschäft mit der schweren Ladung nicht. Wie überall in der Schifffahrtsbranche sind die Preise aufgrund hoher Über­kapazitäten im Keller. Dem bisherigen Eigentümer, der japanischen "K"-Line-Gruppe, haben die Hamburger in den vergangenen Jahren überwiegend Verluste beschert.

Daher verkaufen die Japaner die Schwergutreederei nun an den Bremer Konkurrenten Harren & Partner. Dies bestätigte eine Sprecherin von SAL am Mittwoch dem Abendblatt. 110 Mitarbeiter in der HafenCity und 40 weitere an den weltweiten Standorten wechseln den Arbeitgeber.

Gemeinsam kommen Harren und SAL nun auf eine Flotte von 26 Schwergutschiffen und sind damit nach eigenen Angaben Marktführer in dem Segment. Man sei sehr stolz und froh über die Einigung mit dem bisherigen Eigentürmer, sagte der Geschäftsführer von Harren & Partner, Martin Harren. SAL sei ein hoch angesehenes Unternehmen mit erfahrenen Mitarbeitern und langjährigen Kundenbeziehungen. Gemeinsam wolle man nun für die nötige "Preisdisziplin" im Markt sorgen.

Die Integration der Hamburger in die Bremer Gruppe soll behutsam geschehen. SAL Heavy Lift wird demnach auch weiterhin als eigenständige Marke vom Firmensitz in Hamburg aus agieren. Für die Kunden werde es keinerlei Veränderungen geben, verspricht Geschäftsführer Harren, auch die Flotte mit ihren 15 Schiffen bleibe bei SAL. In einigen Bereichen bekommt die Reederei sogar Verantwortung hinzu. So wird unter anderem das Dockschiff "Combi Dock III" künftig von der HafenCity aus gemanagt. Es ist gerade dabei, das Museumsschiff "Peking" über den Atlantik an die Elbe zu bringen.

Die Geschichte von SAL geht bis ins Jahr 1865 zurück, als die Hamburger Werft Sietas das erste Segelschiff an die Reederfamilie Heinrich auslieferte. Über fünf Generationen blieb die Familie im Schifffahrtsgeschäft. 1980 gründete Hans Heinrich in Steinkirchen das Schifffahrtskontor Altes Land (SAL). 2007 stieg die "K" Line ein, einige Jahre später schluckten die Japaner das Unternehmen ganz. 2013 zog SAL nach Hamburg, um näher an den Kunden und anderen Unternehmen der maritimen Wirtschaft zu sein.

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