Telekommunikation

So viele Beschwerden bei der Bundesnetzagentur wie nie zuvor

Werbeanrufe sind in Deutschland verboten, wenn der Kunde nicht zuvor zugestimmt hat.

Werbeanrufe sind in Deutschland verboten, wenn der Kunde nicht zuvor zugestimmt hat.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Bundesnetzagentur hat 2016 über 125.000 Klagen wegen unerlaubter Werbeanrufe und Zehntausende weiterer Beschwerden registriert.

Berlin.  Das Telefon klingelt, der Anrufer bietet die dringend fällige Reparatur des heimischen Laptops an. Verwunderung beim Angerufenen: Das Gerät ist doch gar nicht defekt. Derlei Werbeanrufe sind in Deutschland eigentlich verboten. Trotzdem kommen sie ständig vor. 125.000 Beschwerden und Anfragen zu unerlaubten Werbeanrufen und zum Missbrauch von Rufnummern hat die Bundesnetzagentur 2016 erhalten. Das geht aus dem Jahresbericht der Bonner Aufsichts- und Regulierungsbehörde hervor.

Die Bundesnetzagentur ist unter anderem dafür zuständig, den Verbrauchern bei Strom und Telefon zu ihrem Recht zu verhelfen. Insgesamt erreichte die Zahl der Verbraucheranfragen und -beschwerden im Telekommunikationsbereich im Jahr 2016 mit 220.000 einen neuen Höchststand, resümiert die Behörde. 2015 verzeichnete sie 178.000 solcher Anfragen.

3000 Rufnummern ließ die Agentur zwangsweise abschalten

Eine große Rolle spielen offenbar Probleme der Kunden beim Vertragswechsel von einem Telekom-Anbieter zum anderen. Nicht selten sind die Verbraucher tage- oder wochenlang vom Netz abgeschnitten. Ein anderer Grund für zunehmende Beschwerden ist die steigende Zahl der Mobilfunkverträge.

Auf 82 Millionen Bundesbürger kommen inzwischen 130 Millionen SIM-Karten für Mobiltelefone. Die Menge der Beschwerden zum Missbrauch von Rufnummern und unerlaubten Werbeanrufen stieg im Vergleich zum Vorjahr nicht an. 3000 Rufnummern ließ die Agentur zwangsweise abschalten. Sie verhängte fast 900.000 Euro Bußgelder wegen unerlaubter Telefonwerbung.

Laut Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sind Werbeanrufe nur zulässig, wenn die Angerufenen vorher ihre Zustimmung erteilt haben. Die Einwilligung bei Beginn des Gesprächs reicht nicht aus. Wichtig ist auch, dass die Anrufer ihre Nummern nicht unterdrücken dürfen. Die Behörde nimmt Beschwerden wegen solcher verbotenen Angebote per Brief, Fax oder E-Mail entgegen – die Kunden sollten jedoch die Details des Anrufes genau darlegen können.