Bad Vilbel

Finanzinvestoren bieten für Stada 5,3 Milliarden Euro

Bad Vilbel. Die Fusionswelle in der Pharmaindustrie rollt weiter. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven haben am Montag den zähen Bieterwettbewerb um den Arzneimittelhersteller Stada für sich entschieden. Das Konsortium legte beim Preis kräftig nach und setzte sich gegen das konkurrierende Bieterbündnis aus Permira und Advent durch. Das Angebot von Bain und Cinven sei das „attraktivste“ gewesen, sagte Stada-Chef Matthias Wiedenfels. Zudem machten die Kaufinteressenten weitreichende Zusagen für Mitarbeiter und Standorte.

Bain und Cinven legten ein offizielles Übernahmeangebot für Stada vor. Demnach bieten sie für den Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und Markenprodukten wie Grippo­stad 65,28 je Aktie plus eine Dividende von 0,72 Euro. Dies liegt deutlich über den jüngsten Offerten von 58 Euro pro Aktie. Das neue Angebot bewertet Stada mit 5,3 Milliarden Euro einschließlich der Schulden von gut 1,1 Milliarden Euro. Damit hat der Konzern den Preis gemessen an den ersten Offerten um 750 Millionen Euro hoch getrieben. Vorstand und Aufsichtsrat von Stada unterstützten das Angebot. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Oetker nannte die Offerte „das beste Gesamtpaket“.

Der Deal ist aber noch nicht sicher. Damit die Offerte greift, müssen die Aktionäre mindestens 75 Prozent der Papiere Bain und Cinven zum Kauf anbieten. 2016 erfolgten in der Pharmabranche Übernahmen und Zusammenschlüsse nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY von insgesamt 201 Milliarden Euro.