Hamburg

Verbraucherzentrale kürt Mogelpackung des Jahres

Wahl läuft bis zum 22. Januar. Fünf Kandidaten in der Endauswahl

Hamburg.  Große Packung, kleiner Inhalt – und meist viel Luft. Versteckte Preiserhöhungen sind für viele Menschen ein Ärgernis – und ein Grund, sich bei der Verbraucherzentrale Hamburg zu beschweren. Diese ruft nun zur Wahl der Mogelpackung des Jahres 2016 auf. Für den Negativ-Preis stehen fünf Produkte zur Auswahl. Bis zum 22. Januar können Verbraucher im Internet unter www.vzhh.de darüber abstimmen, wer den unbeliebten Titel erhält – die nominierten Kandidaten im Überblick:

Evian Mineralwasser:
Das Mineralwasser ist plötzlich fast 50 Prozent teurer – obwohl es von derselben Quelle stammt. Laut Verbraucherschützer soll nur die neue schickere PET-Flasche „Premiumwasser“ suggerieren. Das Fazit der Experten: Danone Waters bietet „alten Wein in neuen Schläuchen“.

Crunchips:
Optisch ist alles beim Alten geblieben. Doch statt 200 sind nur noch 175 Gramm in der Tüte. Bei gleichem Verkaufspreis ist das eine Preiserhöhung von 15 Prozent. Auch die Rezeptur ist übrigens unverändert geblieben.

Choco Crossies:
Nestlé ist so etwas wie ein Wiederholungstäter. Zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre wurde die Füllmenge der Choco Crossies reduziert: von 200 über 180 und 160 auf nun 150 Gramm. Zudem gab es teilweise sogar Preiserhöhungen im Handel. Das führte unterm Strich zu einer versteckten Preiserhöhung von bis zu 56 Prozent.

Mirácoli Pasta Sauce:
Die Gläser einiger Saucen enthalten nur noch drei statt vier Portionen. Anders ausgedrückt: Statt 530 Gramm bekommt der Verbraucher 400 Gramm Sauce – und das bei identischem Preis. Damit bezahlt der Kunde 33 Prozent mehr. Die Begründung ist für die Verbraucherschützer abenteuerlich: Der Hersteller Mars kommt damit angeblich einem Verbraucherwunsch nach.
Milka Weihnachtsmann: Milka hat seinem Weihnachtsmann nicht nur ein neues Aussehen verpasst. Der Hersteller hat ihn auch heimlich auf Diät gesetzt. Der Schoko-Mann ist geschrumpft und hat jetzt je nach Größe bis zu 23 Prozent weniger „Lebendgewicht“. Damit ist der süße Kerl bis zu 20 Prozent teurer.

„Alle fünf Kandidaten haben klammheimlich die Füllmengen ihrer Produkte reduziert und damit Tausende treuer Kunden hinters Licht geführt“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Häufig seien Markenartikel wie die nominierten Lebensmittel von versteckten Preiserhöhungen betroffen. „Bekannte Produkte werden beim Einkauf nicht mehr so genau angeschaut, weil sie regelmäßig im Einkaufswagen landen und Verbraucher den renommierten Unternehmen vertrauen.“

Und so funktioniert die Mogelpackung: Der Inhalt einer Verpackung schrumpft, während der Preis meist unverändert bleibt. So bekommt der Verbraucher weniger Ware für dasselbe Geld. „Trotz unzähliger Beschwerden schalten Hersteller und Händler ihre Ohren bei diesem Problem seit Jahren auf Durchzug und lassen Verbraucher ins Leere laufen“, kritisiert Valet. Um die Tricksereien der Unternehmen öffentlich zu machen, entlarvt die Verbraucherzentrale Hamburg regelmäßig die „Mogelpackung des Monats“. Die „Mogelpackung des Jahres“ wird zum dritten Mal gekürt. Der Gewinner für 2016 wird am 23. Januar bekannt gegeben.