Brüssel

Inflationsrate in Europa steigt auf Drei-Jahres-Hoch

Brüssel. Die Preise in der Euro-Zone sind Ende 2016 wegen höherer Energiekosten so kräftig gestiegen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember durchschnittlich 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Im November hatte die Inflationsrate noch bei 0,6 Prozent gelegen. "Die Zeiten der Null-Prozent-Teuerung sind vorbei", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

Dass sich die Inflationsrate binnen eines Monats nahezu verdoppelt hat, liegt an den Energiepreisen: Diese zogen um 2,5 Prozent an. Das Kartell Opec und andere Förderländer hatten sich auf eine Produktionskürzung geeinigt, wodurch Öl teurer wurde. Auch Dienstleistungen sowie Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich mit jeweils 1,2 Prozent überdurchschnittlich.

Trotz des deutlichen Anstiegs ist die Inflation immer noch niedriger als von der Europäischen Zentralbank (EZB) angepeilt. Sie sieht einen Wert von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Konjunkturentwicklung an. Diese Marke verfehlen die Währungshüter jedoch bereits seit Frühjahr 2013. Für Januar rechnen die meisten Experten nun sogar mit einem weiteren Anstieg.