Hamburg

Stadt testet Alternativen bei der Paketzustellung

Deutsche Post kommtmit Elektrofahrzeugennach Hamburg

Hamburg. Das Kurierfahrzeug, das mit laufendem Motor in zweiter Reihe die Straße blockiert, während der Fahrer seine Lieferungen erledigt, soll bald der Vergangenheit angehören. Roboter, die Pakete bringen, Drohnen mit Luftpost und intelligente Briefkästen vor jeder Haustür – viele Kurierdienste und Logistikunternehmen forschen derzeit an Möglichkeiten zur effizienteren und weniger umweltbelastenden Zustellung von Waren. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde hat jetzt zusammen mit der Logistik-Initiative der Stadt ein Projekt aufgelegt, mit dem solche Ideen gefördert werden sollen. Nicht etwa durch Geld, weil Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) keins zu verteilen hat, sondern durch die bloße Einladung, innovative Logistik-Konzepte in Hamburg zu testen.

„SMILE“ (Smart Last Mile Logistics) nennt sich das Projekt, das interessierten Unternehmen schnelle Hilfe bei notwendigen Genehmigungen für Feldversuche in der Stadt bietet. Die Zusammenfassung einzelner Pilotprojekte unter einem Dach sei unter dem Aspekt der gemeinsamen Vermarktung sinnvoll, sagte Senator Horch am Freitag. „Es gilt: Je mehr wir ausprobieren, desto besser.“ Der Vorsitzende der Logistik-Initiative, Peer Witten ,ergänzte: „Hamburg will zu den Ersten gehören, die die spannenden Projekte umsetzen.“ Kritik kam von der FDP: Deren Wirtschaftsexperte, Michael Kruse, sagte: „Das Projekt SMILE ist ein billiger Versuch des Senats, von der Strahlkraft privater Innovationen zu profitieren.“

Die privaten Innovationen sind es auch, die den Takt angeben: Wie das Abendblatt erfuhr, will der Paketdienst der deutschen Post, DHL, ab kommender Woche 30 seiner Elektro-Zustellfahrzeuge „Streetscooter“ in Hamburg einsetzen. Und der Hamburger Rivale Hermes testet seit zwei Monaten an drei Standorten in der Stadt den Einsatz von Paketrobotern. „Die Reaktionen in der Bevölkerung sind sehr positiv“, sagte ein Hermes-Vertreter.