Frankfurt/Hamburg

Lufthansa legt Piloten neues Angebot vor

Frankfurt/Hamburg.  Am dritten Tag des Piloten-Streiks bei der Lufthansa hat der Konzern einen Vorstoß zur Lösung des Konflikts gemacht. Das Unternehmen unterbreitete der Vereinigung Cockpit am Freitag ein neues Angebot. Dies sehe eine Erhöhung der Vergütung um 4,4 Prozent und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern vor, so die Fluglinie. Zudem sollen in den kommenden fünf Jahren bis zu 1000 Nachwuchsflugzeugführer und bis zu 600 Kapitänsanwärter eingestellt werden. Im Gegenzug fordert Lufthansa eine „Modernisierung“ der Tarifverträge. Das durchschnittliche Ausscheidealter solle um ein Jahr auf 60 Jahre steigen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit äußerte sich zunächst nicht zu dem Angebot. Zuvor hatte sie am dritten Tag ihres Ausstands den Druck auf das Unternehmen erhöht. Ein Ende des Arbeitskampfes sei nicht absehbar, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg: „Es gibt kein vorher festgelegtes Enddatum für den Streik.“ Cockpit fordert rückwirkend ab 2012 pro Jahr 3,7 Prozent mehr Gehalt. Für nächsten Mittwoch wurde eine Demonstration am Frankfurter Flughafen angemeldet. Es gebe den Wunsch der Mitglieder, Einigkeit zu demonstrieren, wenn das zu diesem Zeitpunkt noch notwendig sein sollte, sagte Handwerg.

Für den vierten Streiktag in Folge am heutigen Sonnabend sagte die Lufthansa am Mittag 137 Flüge ab, darunter 88 Interkontinentalverbindungen. Betroffen seien rund 30.000 Passagiere. Am Freitag fielen wegen des Streiks 830 Lufthansa-Flüge aus. In Hamburg waren es am Freitag 50 Flüge, insgesamt in dieser Woche 156 Ankünfte und Abflüge bei der Lufthansa. Hinzu kommen 14 gestrichene Starts und Landungen bei der Billigflugtochter Eurowings durch einen Streik des Kabinenpersonals nach einem Aufruf von Ver.di.