London

Energiebericht: Ölpreis wird stark schwanken

London. Der Preis für Öl wird in den kommenden Jahren stark schwanken, davon geht die Internationale Energieagentur (IEA) aus. Bei der Veröffentlichung des Weltenergieberichts erklärte IEA-Direktor Fatih Birol, dass die Ölpreise künftig wieder stärker auf geopolitische Entwicklungen reagieren könnten. Zudem werde auch die sogenannte Fracking-Technik den Preis beeinflussen. Mit dieser Methode wird Erdgas oder Erdöl gefördert, das in festen Gesteinsschichten tief unter der Erde liegt. Sollte sich die Technik weiter verbreiten, steigt das Angebot auf dem Weltmarkt – das lässt die Preise für Öl sinken. Vor allem die USA setzen stark auf das umstrittene Fracking. Nach Einschätzung der IEA dürfte die Produktion in dem Land weiter steigen. Gleichzeitig werde aber weltweit auch die Nachfrage nach Öl wachsen. In einem bis 2040 angelegten Szenario geht die IEA davon aus, dass die globale Energienachfrage um 30 Prozent steigen wird.

Beim Energieverbrauch der Autos hingegen erwarten die Experten unterdessen einen Rückgang. Zwar werde sich die Zahl der Fahrzeuge in den kommenden 25 Jahren verdoppeln. Die steigende Zahl von Elektroautos und ein niedriger Treibstoffverbrauch werde aber den Ölverbrauch senken.

Auch die Zusammensetzung der Energiequellen werde sich verändern. „Die klaren Gewinner in der Entwicklung der kommenden 25 Jahre sind Erdgas und vor allem Wind- und Solarenergie“, prognostizierte Birol. Dagegen werde Kohle seine Spitzenstellung unter den Energieträgern verlieren. „Ein großer Teil der künftigen Investitionen geht in Kapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien“, hieß es im Energieausblick. Die IEA-Experten schätzen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an den Gesamtinvestitionen bei knapp 20 Prozent liegen dürfte.