Hamburg

Schiffsmakler fordern: Der Hafen muss billiger werden

Hamburg. Seit Tagen sind Schifffahrtskaufleute aus aller Welt in Hamburg. Alljährlich Anfang November pflegen sie hier Kontakte, schließen neue Kontrakte oder verlängern bestehende. Besiegelt wurden die Geschäfte am Freitagabend beim traditionellen Eisbeinessen der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten (VHSS).

Es ist eine der größten Massenspeisungen in der Hansestadt. Vier Tonnen Fleisch, 700 Kilogramm Sauerkraut, 800 Kilogramm Kartoffeln wurden den rund 4200 Gästen im CCH aufgetischt. Anschließend wurde bis in die Nacht im Foyer und weiteren Räumen des Congresscentrums weitergefeiert.

Mit einem Senatsempfang im Rathaus hatte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) zuvor die Gäste begrüßt. In seiner Rede ging er auf die wachsenden Beziehungen Hamburgs zu dem diesjährigen Partnerland des Eisbeinessens, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), ein. Nicht zuletzt durch den Zusammenschluss von Hapag-Lloyd mit der United Arab Shipping Company (UASC) würden die Beziehungen intensiviert, sagte Horch.

Der Güterverkehr zwischen den VAE und Hamburg ist im ersten Halbjahr um 14 Prozent gewachsen. Die Emirate stehen nun mit einem Handelsvolumen von 114.000 Standardcontainern auf Platz elf der wichtigsten Kunden des Hamburger Hafens.

Der VHSS-Vorsitzende Christian Koopmann verwies auf die Kompetenz der arabischen Häfen und zog den Vergleich zum Hamburger Hafen: „Es ist sehr beeindruckend, wie schnell und dynamisch sich die Wirtschaft und die Häfen dort entwickeln und es wäre wünschenswert, wenn sich der Hamburger Hafen etwas von dieser Dynamik abschneiden könnte“, sagte Koopmann vor dem Dinner. Hamburg müsse die richtigen Anreize setzen, um die Reedereien wieder verstärkt in den Hafen zu locken, empfahl der Chef der Schiffsmakler. „Neben einer digitalen Aufrüstung der Verwaltungsseite gilt es auch die Kostenführerschaft gegenüber den Wettbewerbern zu gewinnen“, so Koopmann. Im Klartext: Der Hamburger Hafen soll für seine Nutzer billiger werden.