Darmstadt

Entscheidung im Streit von dm mit Alnatura im Dezember

Darmstadt. Die verschwägerten Firmenchefs von dm und Alnatura streiten weiter vor Gericht. Das Landgericht Darmstadt verhandelte am Dienstag im Zivilprozess zwischen den einst befreundeten Handelsunternehmen. Eine Entscheidung will das Gericht am 9. Dezember verkünden.

In dem Verfahren geht es um einen Kooperationsvertrag zwischen der Drogeriekette und dem Bio-Hersteller aus den 1980er-Jahren. Dm hat die sehr lange, historisch gewachsene Zusammenarbeit gelockert und zahlreiche Alnatura-Produkte zugunsten einer eigenen Bio-Linie ausgelistet. Nach Angaben von Alnatura soll bis Jahresende fast das gesamte Angebot aus den dm-Regalen verschwunden sein. Alnatura fühlt sich deshalb nicht mehr an den Vertrag gebunden. Dm besteht auf der Einhaltung und hat Alnatura verklagt. Der Vertrag sichert dm unter anderem Mitspracherechte bei der Auswahl neuer Vertriebspartner zu. Das Gericht vernahm am Dienstag einen Rechtsanwalt als Zeugen, der für dm an der Entwicklung des Kooperationsvertrags beteiligt war. Der Kontakt zwischen dm-Gründer Götz Werner und Alnatura-Chef Götz Rehn sei privat wie beruflich sehr eng gewesen, sagte der 73-Jährige. Streit zwischen den beiden habe er sich damals nicht vorstellen können. Richter Werner Schäfer schien sich von dem Zeugen mehr Aufklärung versprochen zu haben: „Das hilft uns nicht so viel weiter“.

Parallel zum Darmstädter Prozess streiten sich die verschwägerten Firmenchefs in einem anderen Verfahren um die Rechte an der Marke Alnatura. Dm-Gründer Götz Werner reklamiert diese für sich. Er argumentiert damit, dass Alnatura erst durch dm erfolgreich geworden sei. Das Landgericht Frankfurt hat die Klage abgelehnt, die Berufung vor dem Oberlandesgericht wird im Februar 2017 verhandelt.