Wismar

Genting Gruppe investiert in Ostsee-Werften

Wismar. Das milliardenschwere Neubaugeschäft für Kreuzfahrtschiffe der malaysischen Genting-Gruppe droht an Bremerhaven vorbeizulaufen. Genting kündigte am Donnerstag die Gründung der Werftengruppe „MV Werften“ an, zu der Wismar, Rostock und Stralsund gehören. Dort sollen Ozean-Kreuzliner und Flusskreuzfahrtschiffe gebaut werden. Die Lloyd Werft Bremerhaven soll sich weiter auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Umbau und Reparaturen und den Bau von Megayachten.

Bremens Senator für Wirtschaft und Häfen, Martin Günthner (SPD), reagierte mit „völligem Unverständnis“. Erst im Mai habe Genting erklärt, dass sowohl an den Standorten in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Bremerhaven jeweils ein erhebliches Auftragsvolumen beim Bau der avisierten Kreuzfahrtschiffe und Flusskreuzfahrtschiffe platziert werde. „Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, dass sich die Pläne, die ja als Grund für die Übernahme der Werften genannt worden waren, innerhalb eines so kurzen Zeitraums so entscheidend verändern.“

Genting hatte die Lloyd-Werft zum Jahreswechsel komplett übernommen und im April die drei MV-Werften gekauft und in die Lloyd-Werft-Gruppe integriert. In Bremerhaven hatte man sich große Hoffnungen auf neue Jobs gemacht. „Jetzt reden wir in Bremerhaven nicht mehr über Stellenaufbau, sondern über Arbeitsplatzsicherung“, befürchtet Lloyd-Betriebsratschef Daniel Müller. „Das ist eine Katastrophe für Bremerhaven.“ In Mecklenburg-Vorpommern will Genting hingegen 130 Millionen Euro in die MV Werften investieren.