Augsburg

Chinesen halten bereits 57 Prozent an deutscher Kuka

Augsburg. Nach der Übernahme der Aktien von zwei deutschen Groß­aktionären hat der chinesische Investor Midea die absolute Mehrheit beim Roboterhersteller Kuka bereits deutlich überschritten. Wie der Hausgeräte-Her­steller aus China berichtete, hält Midea inzwischen mehr als 57 Prozent an Kuka.

Midea bietet den anderen Eignern des Augsburger Unternehmens 115 Euro pro Aktie; bis kommenden Freitag
(15. Juli) können die Aktionäre das An­gebot noch annehmen. Da Midea allerdings das Mindestziel von 30 Prozent weit überschritten hat, wird es danach noch einmal eine zweiwöchige Nachfrist bis Anfang August geben für die Anleger, die zunächst unentschlossen waren und noch nicht an Midea verkauft haben.

Midea hatte sich bereits in den ersten Monaten des Jahres mehr als 13 Prozent an Kuka gesichert und dann die Übernahmepläne bekannt gemacht. Die beiden anderen Kuka-Großaktionäre, der Unternehmer Friedhelm Loh und der Voith-Konzern, hatten sich vor wenigen Tagen entschieden, sich von ihren Anteilen im Umfang von rund 35 Prozent zu trennen und das Midea-Angebot anzunehmen. Dadurch schnellten die Midea-Anteile binnen einer Woche von 17,7 auf 57,3 Prozent nach oben. Für den Kauf der im Rahmen des Übernahmeverfahrens angebotenen Aktien muss Midea bereits jetzt mehr als zwei Milliarden Euro aufwenden. Die Übernahmepläne aus China sorgen seit Wochen für Diskussionen, insbesondere weil Kuka Zukunftstechnologien wie die „Industrie 4.0“, worunter die komplette Digitalisierung der Produktion verstanden wird, mit vorantreibt.