Hamburg

Waggonvermieter VTG erwägt „kleinere Zukäufe“

Der HSV-Investor und Kühne+Nagel-Mehrheitseigner Klaus Michael Kühne steigt bei VTG ein

Der HSV-Investor und Kühne+Nagel-Mehrheitseigner Klaus Michael Kühne steigt bei VTG ein

Foto: Marcelo Hernandez

Niedrige Dieselpreise und gesunkene Lkw-Maut machen VTG zu schaffen. Finanzielle Ziele für 2016 seien aber nicht in Gefahr.

Hamburg.  Der Hamburger Waggonvermieter VTG will nach einer Delle zu Jahresbeginn im zweiten Quartal wieder Boden gutmachen. „Uns hat im ersten Quartal eine Reihe von Sondereffekten, etwa durch Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden, im Logistikbereich getroffen“, sagte Finanzchef Kai Kleeberg der „Börsen-Zeitung“. „Wir hoffen, dass wir im zweiten Quartal einiges davon wieder aufholen können“, sagte der Manager. „Es wäre aber komfortabler, wenn das Wachstum in den Industrien, in denen unsere Kunden tätig sind, stärker wäre.“ Dennoch sieht er die finanziellen Ziele für 2016 nicht in Gefahr.

Auslastung der Waggons sank im ersten Quartal

Das im Kleinwerteindex SDAX gelistete Unternehmen hatte vor zehn Tagen Schlagzeilen gemacht, als HSV-Investor und Kühne+Nagel-Mehrheitseigner Klaus-Michael Kühne seinen Einstieg bei VTG bekannt gab. Zurzeit machen die niedrigen Dieselpreise und die gesunkene Lkw-Maut VTG zu schaffen. Weil der Transport von Gütern per Lkw dadurch billiger ist, sank die Auslastung der Waggons im ersten Quartal leicht. Zudem wurde wegen des milden Winters weniger Heizöl transportiert. Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent auf 243,8 Millionen Euro, der Betriebsgewinn (Ebitda) ging um 2,5 Prozent auf 81,6 Millionen Euro zurück.

VTG will nach der 2015 abgeschlossenen, 380 Millionen Euro teuren Übernahme des Schweizer Rivalen AAE künftig weniger aggressiv wachsen. Kleinere Zukäufe seien aber „weiterhin realistisch“, sagte Kleeberg. „Wir waren immer ein Konsolidierer und bleiben das auch.“ Sollte VTG seine Flotte von 75.000 Waggons in Europa auch nur halten, „werden wir in absehbarer Zeit in Europa der größte Waggonvermieter sein.“ Die Deutsche Bahn will ihre Flotte verringern.