Frankfurt

Bayer-Chef verteidigt Offerte für Monsanto als attraktiv

Frankfurt.  Bayer-Chef Werner Baumann zeigt sich zuversichtlich, dass die 62 Milliarden Dollar (56 Milliarden Euro) schwere Übernahmeofferte für den US-Saatgutkonzern Monsanto die Anleger überzeugen wird. „Wir haben ein sehr attraktives Angebot gemacht, das Monsanto voll bewertet“, sagte Baumann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Den Sinn der Verbindung habe das Management von Monsanto bestätigt. Der seit Mai amtierende Vorstandschef hob die Vorteile eines Zusammengehens hervor. „Monsanto ergänzt uns ideal. Dadurch würde Bayer als Life-Science-Konzern ein weltweit führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft.“ Er deutete zudem an, dass die Marke Monsanto wegen ihres schlechten Images verschwinden könnte. „Die Marke Bayer hat weltweit eine hervorragende Reputation und Strahlkraft. Dies gilt es zu nutzen.“

Analysten bezeichneten die Übernahmepläne zwar als strategisch sinnvoll, da Bayer gemeinsam mit Monsanto einen weltweit führenden Anbieter für Saatgut und Pflanzenschutzmittel schaffen würde. Sie kritisierten jedoch die Höhe des Preises. Beim Bauernverband, Umweltschützern und in der Politik stießen die Pläne auf Skepsis. Monsanto hat als Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat und wegen gentechnisch veränderter Produkte einen schlechten Ruf.

Sollte der Deal erfolgreich sein, wäre es die größte Übernahme in der deutschen Wirtschaftsgeschichte vor dem Kauf des US-Autobauers Chrysler durch Daimler Benz 1998 für 40,46 Milliarden Dollar.