Berlin

Milchpreis-Verfall: Bauern fordern Hilfen vom Staat

Berlin. Der Deutsche Bauernverband fordert vom „Milchgipfel“ bei Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) schnell spürbare Krisenhilfen. „Wir erwarten konkrete, sofort wirksame Unterstützung für die Betriebe“, sagte Vizepräsident Udo Folgart am Donnerstag in Berlin. Dringlich seien Liquiditätshilfen und etwa auch steuerliche Entlastungen. Generell müsse es eine bessere Mengensteuerung geben, die aber nicht staatlich geregelt werden könne, sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken. Auch der Handel müsse Verantwortung übernehmen. „Wir erwarten Unterstützung für die Milchbauern statt fortgesetzte Preisdrückerei im Einkauf.“ Die Preise sind seit Monaten im Keller.

Beim „Milchgipfel“ am Montag in Berlin will Schmidt mit Vertretern von Bauern, Milchwirtschaft und Handel über Lösungen für die Krise beraten. Im Gespräch ist ein Hilfspaket von „100 Millionen Euro plus X“. Folgart machte deutlich, dass dieses X erheblich sein müsse. Krüsken sagte mit Blick auf die gerade beschlossene milliardenschwere Förderung von E-Autos: „Was für Elektromobilität gut ist, muss für die Landwirtschaft auch recht sein.“ Gründe des Preisverfalls bei Milch sind eine schwache Nachfrage auf internationalen Märkten, ein Importstopp Russlands als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts und Produktionssteigerungen in manchen EU-Ländern. Dadurch gibt es ein großes Überangebot. Krüsken betonte, die Molkereien seien in einer zentralen Rolle, um das Angebot stärker zu steuern.