Hamburg

Floristikunternehmen Blume 2000 plant 210 neue Filialen

Alexander Zoern, Geschäftsführer von Blume 2000, in der Filiale an der Osterstraße mit den Mitarbeiterinnen Johanna Frehs (v.l.), Frederike Hein und Janina Breitenfeldt

Alexander Zoern, Geschäftsführer von Blume 2000, in der Filiale an der Osterstraße mit den Mitarbeiterinnen Johanna Frehs (v.l.), Frederike Hein und Janina Breitenfeldt

Foto: Michael Rauhe

Norderstedter Unternehmen Blume 2000 will weg vom Billiganbieter-Image und sucht neue Ladenfläche an der Mönckebergstraße.

Hamburg.  Vom Versorger zum Verführer. Diesen Slogan hat sich nicht eine Werbeagentur ausgedacht, sondern Alexander Zoern höchstpersönlich. Der 50-Jährige ist der Sprecher des Vorstands von Blume 2000: „Wir haben uns gewandelt, dieser Spruch passt zu dem neuen Leitbild unseres Unternehmens. Früher ging es uns vor allem um die Preisführerschaft, heute setzen wir auf kompetente Beratung, mehr Service und Wohlfühlatmosphäre“, sagte Zoern.

Und Zoern setzt auf Expansion, den Ausbau des Onlinegeschäfts und neue Mitarbeiter. 1700 Angestellte arbeiten zurzeit für das Unternehmen mit Hauptsitz in Norderstedt bei Hamburg: „Wir wollen in den nächsten Jahren etwa 1000 neue Arbeitskräfte einstellen. Die Zahl der Azubis soll von 80 auf 400 steigen“, kündigte Zoern gegenüber dem Abendblatt an.

Neueröffnungen vor allem in Süddeutschland

190 Filialen, davon sind 40 an Franchisenehmer vergeben, betreibt Blume 2000 zurzeit in Deutschland. Bis zum Jahr 2020 sollen es 300 Filialen, bis 2025 sogar 400 sein: „Wir wollen vor allem in Baden-Württemberg und Bayern neue Geschäfte eröffnen. Das ist für uns noch ein weißer Fleck auf der Landkarte.“ Dort gebe es ein großes Potenzial, so Zoern weiter.

Tatsächlich ist Blume 2000, die Firma macht einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro, bislang in Süddeutschland nur in Nürnberg und Aschaffenburg vertreten. Das Unternehmen hat jetzt Städte ab 30.000 Einwohnern im Auge und setzt auf Eins-a-Lagen. Ladenflächen von 50 bis 200 Quadratmetern sind interessant.

Expansion ins Ausland nicht ausgeschlossen

Auch zur Expansion sollen neue Franchisepartner beitragen: „Wir haben uns vorgenommen, die Zahl von 40 auf bis zu 80 zu erhöhen“, so Zoern. Aber der Diplom-Kaufmann, der seit 16 Jahren für das Unternehmen arbeitet, hat nicht nur das Inland im Blick: „Wir schließen eine Expansion in das Ausland nicht aus. Da gibt es interessante Märkte für uns. Aber zunächst einmal konzentrieren wir uns auf unser Wachstum in Deutschland“, so Zoern.

Ein wichtiger Markt ist für Blume 2000 Hamburg und Umgebung. Hier gibt es 35 Shops: „Es ist realistisch, dass wir im Großraum Hamburg in den nächsten Jahren noch rund 15 Filialen eröffnen werden.“

Unternehmen will weg vom "Billig-Image"

Dabei spielt für Zoern auch die Hamburger Innenstadt eine Rolle. Bislang gibt es nur eine Filiale am Gänsemarkt: „Natürlich würden wir gerne in der City noch breiter aufgestellt sein. Wenn es zum Beispiel eine passende Ladenfläche an der Mönckebergstraße gebe, wäre das eine interessante Option“, sagt Zoern.

Im Jahre 1974 wurde Blume 2000 gegründet und hatte vor allen Dingen ein „Billigimage“. Doch davon will ­Zoern weg. Deshalb werden alle 190 Filialen umgebaut und erhalten ein neues Gesicht. Viele Naturmaterialien werden verwendet. 30 Millionen Euro investiert das Unternehmen in dieses Vorhaben. 70 Geschäfte sind bereits in dem neuen Design gestaltet, und bis 2018 soll die Frischzellenkur abgeschlossen sein: „Wir schaffen in unseren Filialen eine Markthallenatmosphäre. Die Einrichtung ist puristisch, denn die Blumen stehen natürlich im Vordergrund“, sagt Zoern auch.

2015 wurde eine Million Sträuße online verkauft

Anders als früher werden auch in den Filialen Blumensträuße nach den Wünschen der Kunden gebunden: „Für uns steht das Einkaufserlebnis im Vordergrund und erstklassige Qualität. Dabei bieten wir weiterhin ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Zoern.

Großes Potenzial sieht Zoern auch für das Onlinegeschäft. Vor zehn Jahren wurden etwa 150.000 Sträuße pro Jahr über diesen Vertriebskanal verkauft, die innerhalb von 24 Stunden von DHL geliefert werden. Im vergangenen Jahr waren es rund eine Million Sträuße: „Wir sind Marktführer in Deutschland im Blumendirektversand. Ziel ist es, im Onlinegeschäft weiterhin zweistellig zu wachsen“, sagt Zoern.

Auch innerhalb von Blume 2000 setzt Zoern neue Maßstäbe. Seit Kurzem duzen sich alle untereinander, auch den Chef: „Wir sind ein modernes Unternehmen, und es erleichtert den Umgang miteinander“, sagt Zoern. Die Förderung des Nachwuchses ist Zoern ebenfalls wichtig: „Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir motivierte junge Menschen ausbilden.“