Hamburg

Kruse: Topmanager des Airports erhielt „goldenen Handschlag“

Hamburg. Der Hamburger Flughafen hat seinem früheren Geschäftsführer Wolfgang Pollety eine Abfindung gezahlt, obwohl er laut Mitteilung aus „privaten Gründen“ sein Mandat niedergelegt hat. Das ergab eine kleine Anfrage des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Michael Kruse. „Die Gesamtvergütung von Herrn Pollety, einschließlich einer Abfindung, betrug im Jahr 2015 506.811,36 Euro“, antwortete der Senat. Kruse: „Damit ist klar, dass es einen ,goldenen Handschlag’ gab.“

Der Aufhebungsvertrag sei einvernehmlich geschlossen wurden, weitere Details unterlägen der Vertraulichkeit, so der Senat. Die Abfindungszahlung ist insofern pikant, weil die damals getroffene Sprachregelung zumindest ein freiwilliges Ausscheiden suggeriert. Damit stellt sich die Frage, warum ein mehrheitlich städtisches Unternehmen – die Stadt hält 51 Prozent, AviAlliance den Rest – überhaupt eine Abfindung mit Steuergeldern zahlt. Kruse sieht Parallelen zu einer weiteren Toppersonalie: „Genau wie bei HSH-Nordbank-Chef Constantin von Oesterreich bestehen erhebliche Zweifel an der offiziellen Darstellung für die Gründe des Ausscheidens.“ Der Bankchef verlässt das Institut offiziell freiwillig im Sommer, soll aber auf eine Auszahlung seines bis Herbst 2017 laufenden Vertrags gepocht haben. Das könnten bis zu 900.000 Euro sein.

Anspruch und Realität passten bei der Vergütung von Spitzenkräften unter Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) immer seltener zusammen, sagt Kruse: „Der Bürgermeister und seine Truppe machen bei der Führung öffentlicher Unternehmen immer mehr Fehler auf Kosten der Steuerzahler.“ Dabei hat sich der Senat der Transparenz verschrieben und die Vergütung der Chefs öffentlicher Firmen seit einigen Jahren veröffentlicht. Pollety verdiente 2014 laut Vergütungsbericht 284.764 Euro. Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler erhielt damals 367.448 Euro. Exakt diese Summe verdiente er auch 2015, ergab die Antwort des Senats.