Toulouse/Amsterdam

Airbus verlängert Vertrag mit Chef Tom Enders

Milliardenauftrag aus Chinafür A350. Triebwerksprobleme belasten aber Bilanz

Toulouse/Amsterdam.  Airbus befürchtet noch höhere Kosten durch seinen Militärfrachter A400M. Die finanziellen Folgen der Getriebeprobleme an den Propeller-Triebwerken des Flugzeugs könnten erheblich sein, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalsbilanz. Damit könnten die Belastungen im laufenden Jahr über die bereits veranschlagten fünf Milliarden Euro hinausgehen. Triebwerks- und Ausstattungsprobleme sorgen auch für einen holprigen Start der neuen Passagierflugzeuge A320neo und A350.

„2016 erweist sich als das herausfordernde Jahr, das wir erwartet haben“, sagte Vorstandschef Tom Enders, 57, dessen Vertrag auf der Hauptversammlung in Amsterdam um drei Jahre bis 2019 verlängert wurde. Dennoch beharrte Enders auf dem Ziel, im Gesamtjahr mehr als 650 Flugzeuge auszuliefern und den Auftragsbestand im Zivilgeschäft zu vergrößern. Es bleibe auch dabei, dass der Gewinn sowohl operativ als auch netto stabil bleiben solle. An der Börse herrschten Zweifel: Die Aktie verlor fast fünf Prozent.

Dabei brach der Airbus-Gewinn im Auftaktquartal nicht so stark ein wie erwartet. Der Überschuss sackte um die Hälfte auf 399 Millionen Euro ab, so der MDAX-Konzern. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 247 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stagnierte bei 12,1 Milliarden Euro, das Auftragsbuch schrumpfte im Quartalsverlauf um fünf Prozent auf 957 Millionen Euro.

Unterdessen gab es neue Aufträge. Air Côte d’Ivoire aus der Elfenbeinküste bestellte als Neukunde vier A320-Maschinen, davon zwei Neo-Versionen. China Eastern orderte 20 der Großraumjets vom Typ A350-900. Laut Listenpreisen ist das Geschäft 6,16 Milliarden Dollar (5,44 Milliarden Euro) wert, allerdings sind Preisnachlässe üblich. Auch Konkurrent Boeing wurde bedacht: China Eastern bestellte 15 Exemplare des 787-9 „Dreamliner“ im Wert von 3,9 Milliarden Dollar.