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Flughafen BER feuert Pressechef nach offenem Interview

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Über die „interne Angstkultur“ und „versenkte Milliarden“ sprach BER-Pressechef  Daniel Abbou in einem Interview.

Über die „interne Angstkultur“ und „versenkte Milliarden“ sprach BER-Pressechef Daniel Abbou in einem Interview.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Der Pressechef des Berliner Flughafens sprach in einem Interview über die Misswirtschaft am BER – und wurde anschließend freigestellt.

Berlin.  So deutlich ist lange keiner mehr geworden, schon gar nicht, was die Dauerbaustelle BER angeht. Nach einen Interview im „prmagazin“ (April-Ausgabe) über die Lage am Flughafen Berlin-Brandenburg ist der Pressechef der Flughafengesellschaft Daniel Abbou (45) am Sonntag mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Dies erfuhr die Berliner Morgenpost aus Senatskreisen.

Unter dem Titel „Alles kommt raus“ hatte Abbou 100 Tage nach seinem Amtsantritt in schonungsloser Offenheit über Fehler, die „interne Angstkultur“ und „versenkte Milliarden“ gesprochen. „Die Berliner und Brandenburger haben ein Recht zu sehen, wo ihre Milliarden versenkt worden sind“, sagte Abbou, der seit Anfang 2016 Sprecher der gemeinsamen Flughafengesellschaft (FBB) Berlins, Brandenburgs und des Bundes ist, in dem Bericht des Fachblattes der Kommunikationsbranche, über den der „Tagesspiegel“ berichtet hatte.

Abbou: „Dafür sind zu viele Milliarden in den Sand gesetzt worden“

Abbou hatte erklärt, er wolle mit der Praxis aufräumen, dass am BER immer alles schön geredet würde. „Man könne eben nicht alles herumreißen, sagt Abbou. „Dazu hat die alte Flughafencrew zu viel verbockt, dafür sind zu viele Milliarden in den Sand gesetzt worden.“ Und: „Es kommt eh alles raus.“

Technikchef Karsten Mühlenfeld halte, so Abbou, weiter daran fest, dass es eine Chance gebe, 2017 einzuhalten. „Und wenn er das glaubt und mir das auch kommuniziert, dann ist es so“, legte der Ex-Pressesprecher in dem Bericht dar.

„Wir arbeiten hart. Wir strengen uns an, aber garantieren wird Ihnen da keiner etwas.“

BER der „politischste Flughafen in Deutschland“

Abbou lobte Mühlenfeld auch. Er sei „absolut lern- und kritikfähig, das ist ein großer Vorteil.“ Aber Mühlenfeld sei eben Ingenieur. Abbou habe „kein Interesse daran, unterm Deckel zu halten, was Platzeck, Wowereit, Schwarz und Mehdorn verbockt haben.“

Der BER sei nun einmal der „politischste Flughafen in Deutschland“, lautet sein Befund. Daher brauche der Flughafen „unbedingt ein politisches Screening“. Diese „politische Denke fehlt dem Flughafen, da muss man ganz schnell lernen“. (BM)

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