Frankfurt

Verschwindet der 500-Euro-Schein?

Europäische Zentralbank prüft Zukunft großer Geldnoten. Entscheidung noch nicht gefallen

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft die Zukunft großer Euro-Scheine. EZB-Präsident Mario Draghi sagte Abgeordneten des EU-Parlaments, das EZB-Direktorium beschäftige sich seit geraumer Zeit mit dem Thema, und es gebe technische Arbeiten. „Wir wollen Änderungen vornehmen, aber wir wollen sie in einer ordentlichen Weise.“ Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte Draghi demnach. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor berichtet, es gebe konkrete Vorarbeiten zur Abschaffung der 500-Euro-Note, des höchsten Scheins der Eurozone.

Einen Beschluss über eine Abschaffung müsste der EZB-Rat treffen, in dem auch die Gouverneure der 19 nationalen Notenbanken sitzen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte sich jüngst in einem „FAZ“-Interview skeptisch gezeigt, ob durch Bargeldeinschränkungen die Kriminalität bekämpft werden könne. „Glauben Sie, dass kriminelle Handlungen deshalb unterbleiben, weil es den 500-Euro-Schein nicht mehr gibt? Inwieweit ein Verbot von größeren Bargeldtransaktionen illegale Aktivitäten unterbindet, ist ebenfalls eine offene Frage“, sagte Deutschlands oberster Währungshüter.

Die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer Obergrenze bei Barzahlungen sorgen derweil weiter für Diskussion. Der Obmann der Unionsfraktion im Bundestagsfinanzausschuss, Hans Michelbach (CSU), kritisierte: „Eine Bargeldobergrenze ist ein durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in die Handlungsfreiheit der Bürger.“ Menschen würden unter Generalverdacht gestellt, nur weil sie auch höhere Rechnungen bar bezahlen wollten. Als mögliche Obergrenze sind vonseiten der Bundesregierung 5000 Euro genannt worden – um die Finanzströme von Terroristen auszutrocknen.