Rabat

Marokko eröffnet weltweit größten Solarpark

Rabat. Marokkos König Mohammed VI. hat im Zentrum des Landes das erste Kraftwerk des weltweit größten Solarenergie-Komplexes der Welt eröffnet. Die Anlage Noor 1 hat nach Angaben der marokkanischen Agentur für Solarenergie eine Kapazität von 160 Megawatt. In den kommenden Jahren sollen in der Nähe der Stadt Ouarzazate noch die Kraftwerke Noor (arabisch: Licht) 2 bis 4 fertiggestellt werden.

Deutschland ist maßgeblich an dem Projekt beteiligt. Zu den geplanten Gesamtkosten von etwa 2,2 Milliarden Euro trägt die Bundesregierung nach Angaben der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit insgesamt rund 834 Millionen Euro bei. Der Komplex soll eines Tages Strom für 1,3 Millionen Menschen erzeugen.

Das arme Marokko will auf diesem Weg seine Produktion erneuerbarer Energien in den nächsten Jahren massiv ausbauen und damit seine Versorgungsmängel beheben. Bis zum Jahr 2020 sollen die Kapazitäten auf rund 2000 Megawatt erweitert werden. Der Strom soll auch exportiert werden. Die Bundesregierung hatte Marokko für 2015 Entwicklungshilfe von 485 Millionen Euro zugesagt. Davon waren 430 Millionen Euro Darlehen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Bisher importiert Marokko seine Energie zu 97 Prozent aus dem Ausland. Jedes Jahr steigt der Energiebedarf im Land um sechs Prozent an.

Mit den drei geplanten Ausbaustufen kommen weitere 420 Megawatt dazu. Neben 800 Reihen von Parabolspiegeln wird auf dem rötlich schimmernden Wüstenboden dann auch ein etwa 240 Meter hoher Solarturm stehen, auf dessen Spitze das von Parabolspiegeln eingefangene Sonnenlicht konzentriert wird. „Dieser Turm wird schließlich das höchste Gebäude Afrikas sein“, sagt Bauleiter Victor Caballero. „Wenn Noor fertig ist, ist es so groß wie Marokkos Hauptstadt Rabat.“