Berlin

Amazon erwartet Rekordumsatz

Streiks sollen Weihnachtsgeschäft des weltgrößten Onlinehändlers nicht beeinträchtigen

Berlin. Amazon Deutschland rechnet trotz laufender Streiks im Weihnachtsgeschäft mit Rekordumsätzen. „Die Arbeitsniederlegungen haben keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens“, sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Erst in dieser Woche waren Amazon-Mitarbeiter in dem seit Langem schwelenden Arbeitskampf in Leipzig in den Ausstand getreten.

Die Gewerkschaft Ver.di droht wie im vergangenen Jahr auch für Weihnachten mit Streiks. Ver.di fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Der Konzern dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird.

Kleber rechnet auch wegen der stetig wachsenden Zahl der deutschen Händler, die ihre Waren über die Amazon-Plattform verkaufen, mit einem Umsatzrekord 2015. „In diesem Jahr ist die Anzahl der deutschen Händler, die über unsere Plattform mehr als eine Million Euro umsetzen, um ein Viertel gestiegen.“ Derzeit böten Firmen wie Sportartikelhersteller, Schmuck- sowie Spielzeughändler etwa 250 Millionen Produkte an. Viele Händler nutzten auch die Möglichkeit, einen größeren Teil der weltweit 294 Millionen Amazon-Kunden zu erreichen, und lieferten ihre Waren ins Ausland. So würden von ihnen in diesem Jahr wohl Produkte im Wert von 1,5 Milliarden Euro exportiert. Deutschland ist für den US-Konzern der zweitwichtigste Markt hinter dem Heimatland.

Um den Versand frischer Lebensmittel macht Amazon in Deutschland trotz vieler Spekulationen jedoch einen Bogen. Handelsketten wie Rewe und Tengelmann (Bringmeister) bringen längst Wurst, Milch und Käse selbst an die Haustür. „Das ist für uns ein möglicher nächster Schritt, aber es gibt keine Ankündigung unsererseits“, sagte der Deutschland-Chef.

( rtr )

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