Wirtschaft

Drägerwerk auf Talfahrt

Wolfgang Horch

Das Börsenparkett ist mitunter ein rutschiges. Das hat in dieser Woche auch die Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd erfahren, obwohl sie noch gar nicht gelistet ist. Nach dem Autozulieferer Schaeffler und der Bayer-Kunststofftochter Covestro ist das Schifffahrtsunternehmen vom Ballindamm wegen der Marktturbulenzen nun der nächste namhafte Kandidat, dessen Börsenpläne kleiner ausfallen als geplant. Statt bis zu einer halben Milliarde US-Dollar soll der Schritt nur rund 300 Millionen US-Dollar (265 Millionen Euro) in die Kassen spülen.

Die Aktienmärkte leiden derzeit unter mehreren Faktoren, der DAX trat im Wochenvergleich mit rund 10.100 Punkten auf der Stelle. Weltweit nimmt die Sorge um die Konjunktur zu. In China brechen die Importe ein und schwächt sich die Inflation ab, was auf eine Abkühlung der Wirtschaft hindeutet. Die VW-Dieselaffäre und schwache Firmenbilanzen drücken auf die Stimmung – wie jüngst bei den Lübecker Drägerwerken. Der Medizintechnikkonzern senkte seine Gewinnprognose zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten. Daraufhin verlor die Aktie auf Wochensicht mehr als 20 Prozent auf knapp 60 Euro. Das ist für Schleswig-Holsteins größtes Industrieunternehmen der niedrigste Wert seit fast fünf Jahren. Die Analysten von Warburg, Deutscher Bank und NordLB stufen das Papier zwar weiterhin auf „Halten“ ein, senkten die Kursziele für die Aktie aber deutlich aus dem Bereich zwischen 88 und 95 Euro in die Spanne von 55 bis 65 Euro.

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