Wolfsburg

Volkswagen spart eine Milliarde Euro mehr als geplant

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kritisiert Konzernmanager vor Landtag in Hannover. Kinofilm über Abgasskandal mit Leonardo DiCaprio?

Wolfsburg. Volkswagen verschärft wegen des Abgasskandals seinen Sparkurs. Zusätzlich zu den bis 2017 geplanten fünf Milliarden Euro will die Hauptmarke VW ihre Investitionen um eine Milliarde Euro im Jahr zurückfahren, wie die Wolfsburger mitteilten. Gleichzeitig soll die Zahl der Modellvarianten reduziert werden. Zudem sollen mehr Elektroautos mit größerer Reichweite auf den Markt gebracht werden. Vor allem im Stammwerk Wolfsburg hat es in den vergangenen Jahren immer mehr gehakt, weil zu viele verschiedene Modelle gleichzeitig vom Band laufen. Dies war vor allem bei Neuanläufen wie beim Geländewagen Tiguan und dem Familienvan Touran ein Problem. Die hohe Komplexität der Produktion hatte auch der Betriebsrat kritisiert.

„Die Marke Volkswagen stellt sich für die Zukunft neu auf“, sagte nun Markenchef Herbert Diess. „Wir werden effizienter, richten die Produkt­palette und Kerntechnologien neu aus und schaffen uns mit dem beschleunigten Effizienzprogramm den Spielraum für zukunftsweisende Technologien.“ Diess’ Vorgänger Martin Winterkorn hatte bereits ein Programm aufgelegt, um die Kosten bei VW zu senken.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat derweil den Landtag in Hannover über die VW-Affäre informiert. Aus seiner Sicht hätte der Konzern die Manipulationen bei Dieselfahrzeugen schon viel früher zugeben müssen. Im Herbst 2014 seien erstmals Abweichungen zwischen Labortests und Straßentests bei VW-Dieselfahrzeugen in den USA festgestellt worden, sagte Weil. Danach habe es mehr als ein Jahr Gespräche zwischen US-Behörden und Volkswagen gegeben, bis VW die Manipulation eingeräumt habe. „Dieses Eingeständnis hätte klar und deutlich sehr viel früher erfolgen müssen – ein weiterer schwerer Fehler.“ Der SPD-Politiker ist Mitglied des VW-Aufsichtsrats, das Land Niedersachsen hält rund 20 Prozent an dem Autobauer. Weil sagte, wer für das Verhalten von VW verantwortlich sei, werde nun untersucht. Er selbst habe erst aus den Medien von dem Skandal erfahren.

Die Dieselaffäre könnte schon bald im Kino zu sehen sein. Denn Hollywoodstar Leonardo DiCaprio, 40, und das Studio Paramount Pictures wollen einen Film darüber drehen. Wie die Branchenportale „Variety“ und „Deadline.com“ berichteten, ist DiCaprio mit seiner Firma Appian Way als Produzent an Bord. Paramount hatte sich die Filmrechte an dem geplanten Buch von Jack Ewing über den Skandal um die Manipulationen bei Dieselfahrzeugen gesichert. Über die Rollenbesetzung wurde nichts bekannt.