Luftfahrt

Lotsen sehen eine Stagnation bei den Flugbewegungen

Die Einflugschneise an der Langenhorner Chaussee in Hamburg

Die Einflugschneise an der Langenhorner Chaussee in Hamburg

Foto: Andreas Laible / HA

Gründe für schwaches Wachstum seien vielschichtig. Künftig soll Piloten weit vor dem Landen angezeigt werden, ob Gates voll sind.

Hamburg. Für die lärmgeplagten Anwohner von Einflugschneisen in Deutschland sind es generell gute Nachrichten. Die Deutsche Flugsicherung spricht von einer Stagnation bei den Flugbewegungen. „In den nächsten fünf Jahren werden wir immer um die Nulllinie herum liegen, maximal wird es ein Prozent Wachstum pro Jahr geben“, sagte Klaus-Dieter Scheurle, der Vorsitzende der Geschäftsführung, vor dem Luftfahrt-Presse-Club. 2014 war die Zahl nach einem Minus im Vorjahr um 0,9 Prozent gestiegen. Der Haken an der Sache: Hamburg und Berlin sind die einzigen Airports, die in der Bundesrepublik (deutlich) zulegten.

Die Gründe für das künftig schwache Wachstum seien vielschichtig. Sie lägen in der schwachen Konjunktur der Euro-Zone, geopolitischen Krisen, der Zunahme von streikbedingten Flugausfällen, Belastungen durch nationale Regelungen wie die Ticketsteuer und Beschränkungen der Flugzeiten. Vor allem führe der „fast ruinöse Wettbewerb unter den Fluggesellschaften“ dazu, dass größere Maschinen eingesetzt würden, die mehr Passagiere transportieren könnten, sagte Scheurle.

Künftig soll Piloten weit vor dem Landen angezeigt werden, ob die Gates voll sind

Mit der Arbeit seiner Fluglotsen zeigte sich der Chef von 5711 Mitarbeitern zufrieden. Die Pünktlichkeit habe in diesem Jahr bis einschließlich Juli bei 98,3 Prozent gelegen. Das sei im Vergleich zum Jahr 2010 mit 90,4 Prozent eine deutliche Verbesserung. Ernst zu nehmende Vorfälle habe es im vergangenen Jahr nicht gegeben. „Statistisch gesehen ist der deutsche Luftraum so sicher wie nie“, sagte der 60-Jährige. Verteilt auf die nächsten zehn Jahre werde für 750 Millionen Euro die dritte Generation der Flugsicherheitstechnik eingeführt. Das System wisse, wohin der Jet in den nächsten fünf Minuten fliege und warne frühzeitig vor möglichen Zusammenstößen.

Für Fluggäste in Hamburg kündigte Tower-Chefin Andrea Wächter Veränderungen an: Im Frühjahr 2016 soll ein System eingeführt werden, das dem Piloten gut 350 Kilometer vor der Landung signalisiere, wenn die Gates voll sind. Piloten können dann langsamer fliegen, Sprit sparen und Wartezeiten am Boden verkürzen.