Verbraucherschutz

Hamburgs Chef der Verbraucherzentrale hört auf

Hamburg. Deutschlands älteste Verbraucherzentrale bekommt einen neuen Chef. Im Februar 2016 wird Günter Hörmann sein Amt als Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) abgeben. Der 65-Jährige leitet die Organisation seit Herbst 1992 und wird dann in den Ruhestand treten. Der Verwaltungsrat habe bereits einen Nachfolger bestimmt, sagt Hörmann auf Abendblatt-Anfrage. Wer das sei, solle aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Die Verbraucherzentrale hat im vergangenen Jahr insgesamt 193.417 Menschen telefonisch, persönlich und schriftlich beraten. Wegen unlauteren Wettbewerbs reichte sie 67 Klagen ein. In die Schlagzeilen schafften es die Verbraucherschützer zum Beispiel durch das Aufdecken fehlerhafter Widerrufsbelehrungen in Kreditverträgen und von versteckten Preiserhöhungen der Hersteller durch „Mogelpackungen“ sowie mit Aktionen gegen den Coffee-to-go-Becher als vermeidbaren und die Umwelt unnötig belastenden Müll.

Als eine von deutschlandweit fünf Zentralen ist die vzhh im Vorjahr von der Bundesregierung als Finanzmarktwächter ausgewählt worden. Sie soll speziell den Versicherungen auf die Finger schauen und verschleierten Provisionen, unberechtigten Gebühren und falschen Versprechungen auf die Spur kommen. Das Bundesverbraucherschutzministerium fördert die Finanzmarktwächter über drei Jahre lang mit insgesamt 12,4 Millionen Euro. Die Hamburger Verbraucherzentrale finanzierte sich im vergangenen Jahr zu 42,6 Prozent aus Eigeneinnahmen, 40,4 Prozent steuert die Hansestadt bei und den Rest der Bund.