Frankfurt/Main

Jede siebte Führungsposition bei der Lufthansa wird gestrichen

Frankfurt/Main. Mit einem umfassenden Umbau ihrer Führungsstrukturen will die Lufthansa eine halbe Milliarde Euro Kosten pro Jahr sparen. Unterhalb des Konzernvorstands sollen rund 150 der weltweit mehr als 1000 Führungskräfte gehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr nach der Sitzung des Aufsichtsrats. Eine von vier Führungsebenen unterhalb des Vorstands werde künftig entfallen.

Europas größter Luftverkehrskonzern ist nach Spohrs Worten dank des niedrigen Ölpreises und der starken Nachfrage in diesem Sommer geschäftlich sehr gut unterwegs. Die Prognose von mehr als 1,5 Milliarden Euro bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern werde nun auch nach Abzug der bisherigen Streikkosten erreicht, sagte er. Spohr bezifferte die Kosten der bislang drei Streikrunden der Piloten in diesem Jahr auf rund 150 Millionen Euro nach 230 Millionen Euro 2014.

Als neuer Chef der erfolgreichen Tochter Swiss wurde der Lufthansa-Manager Thomas Klühr benannt, der bislang das Drehkreuz München geführt hat. Lufthansa fasst seine Passagiergesellschaften neu zusammen. Danach verantwortet Klührs Vorgänger bei der Swiss, Harry Hohmeister, künftig die Drehkreuze sowie die Premium-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian. Karl-Ulrich Garnadt ist für die Dienstleistungen rund ums Fliegen und die neue Billigschiene Eurowings verantwortlich. Spohr äußerte sich vorsichtig zu den am Donnerstag wieder anstehenden Tarifverhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit: „Der Ausgang ist offen.“