Piloten-Streik

Lufthansa streicht Großteil der Flüge von und nach Hamburg

Die meisten Flugzeuge der Airline Lufthansa bleiben am Mittwoch voraussichtlich am Boden

Die meisten Flugzeuge der Airline Lufthansa bleiben am Mittwoch voraussichtlich am Boden

Foto: Matthias Balk / dpa

Die Lufthansa-Piloten bestreiken am Mittwoch die Kurz- und Mittelstrecke. Zahlreiche Flüge in Hamburg, Hannover und Bremen annulliert.

Hamburg/Frankfurt. Der Streik bei den Piloten der Lufthansa hat am Mittwoch auch Auswirkungen auf den Passagierbetrieb am Hamburger Flughafen. Nachdem die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) für Dienstag zunächst zum Streik auf der Langstrecke aufgerufen hatte, sind am zweiten Streiktag ganztägig die Kurz- und die Mittelstrecke betroffen. Für Hamburg annullierte die Lufthansa den Großteil aller Flüge, wie der Flughafen am Dienstagnachmittag mitteilte.

Gestrichen wurden den Angaben zufolge insgesamt 27 von 32 geplanten Abflügen sowie ebenfalls 27 von 32 Ankünften. Verbindungen der Lufthansa-Tochter Germanwings sind von dem Streik voraussichtlich nicht betroffen. Folgende Flüge sollen nach derzeitigem Stand stattfinden:

Abflug nach Frankfurt um 9.00, 14.00 und 18.00 Uhr. Abflug nach München um 10.00 und um 15.00 Uhr.

Ankunft aus Frankfurt um 8.05, 13.05 und 17.05 Uhr. Ankunft aus München um 9.15 und um 14.15 Uhr

+Piloten-Streik: Was Passagiere wissen müssen+

Der Hamburger Flughafen riet allen Passagieren, die für Mittwoch einen von den gestrichenen Lufthansa-Flügen ab Hamburg geplant haben, sich direkt an die Lufthansa unter www.lufthansa.com oder über die kostenfreie Hotline 0800 / 850 60 70 zu wenden.

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa ist auch nach Auffassung des Arbeitsgerichts Köln rechtens. Der Ausstand sei verhältnismäßig und verfolge auch keine unzulässigen Streikziele, urteilten die Kölner Arbeitsrichter am Dienstagabend. Zuvor hatte bereits das Arbeitsgericht in Frankfurt/Main einen Antrag der Fluggesellschaft auf eine Einstweilige Verfügung zur Aussetzung des Streiks abgewiesen.

Die Lufthansa will in Berufung gehen. Das Hessische Landesarbeitsamt als nächste Instanz setzte eine Verhandlung in Frankfurt für Mittwochvormittag um 10.30 an. Damit wird der Streik am selben Tag zunächst nicht mehr zu verhindern sein. Insgesamt streicht die Lufthansa in der Folge 1000 der 1520 geplanten Flüge bundesweit. Betroffen seien 140.000 von 180.000 gebuchten Kunden.

Sämtliche LH-Verbindungen in Hannover und Bremen gestrichen

In Hannover und Bremen fallen am Mittwoch sämtliche Verbindungen der Fluggesellschaft aus. Wie aus dem Sonderflugplan der Lufthansa hervorgeht, werden am Flughafen Hannover jeweils 14 An- und Abflüge gestrichen. In Bremen sind es alle elf Verbindungen. An beiden Flughäfen sind die Strecken zu den Drehkreuzen Frankfurt und München betroffen.

Mit langen Schlangen vor den Schaltern rechnen die Flughäfen nicht. „Bei den innerdeutschen Verbindungen steigen die Fluggäste erfahrungsgemäß schnell auf andere Verkehrsmittel um“, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Hannover.