FRankfurt/Main

Mehr Schutz fürs Ersparte im Fall einer Bankenpleite

Neue Richtlinie zur Einlagensicherung tritt in Kraft

FRankfurt/Main. Sparer sollen auch in turbulenten Zeiten wie diesen keine Angst um ihr Geld haben. Der Notgroschen auf dem Konto ist ab Anfang Juli besser vor dem Verlust bei Bankenpleiten geschützt. Dann tritt das Gesetz zur Umsetzung der europäischen Einlagensicherungsrichtlinie in Kraft – eine Reaktion auf die weltweite Finanzkrise, die die Pleite der US-Bank Lehman Brothers 2008 ausgelöst hatte.

Wie bisher schon bleibt es im Fall einer Bankenpleite beim gesetzlich garantierten Schutz von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und pro Bank. Dieses Mindestschutzniveau soll ab 3. Juli in allen 28 EU-Staaten gelten. Im kommenden Jahr sollen Sparer in Deutschland zudem schneller an ihr Geld kommen. Kontoinhaber sollen Einlagen innerhalb von sieben Arbeitstagen zurückerhalten – in Deutschland bereits ab dem 1. Juni 2016 und nicht wie EU-weit spätestens 2024. Derzeit gilt eine Frist von 20 Tagen.

Absicherung des Geldes gilt künftig auch für Fremdwährungskonten

Für besonders schutzbedürftige Einlagen – etwa solche aus dem Verkauf einer Privatimmobile – besteht ein Schutz von bis zu 500.000 Euro. Dieser gilt für bis zu sechs Monate nach Einzahlung. Die grenzüberschreitende Abwicklung wird vereinfacht. Bei einer Pleite eines Geldhauses in einem anderen EU-Land, das auf dem deutschen Markt mit einer Zweigstelle vertreten ist, arbeiten die jeweiligen Sicherungssysteme automatisch zusammen, wie die Finanzexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Dorothea Mohn, erläutert. Auch für Fremdwährungskonten gilt die gesetzliche Einlagensicherung. Bislang wurden nur Einlagen in Euro oder einer EU-Währung erfasst. Entschädigt wird in Euro. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) können ihre eigenen Einrichtungen als gesetzliche Einlagensicherungssysteme anerkennen lassen. Sie garantieren, dass ein Geldhaus in Not von den anderen Mitgliedern gestützt wird und nicht pleitegehen kann. Kundengelder sind so mittelbar gesichert – quasi unbegrenzt.

Allerdings ging die Umstellung nicht reibungslos über die Bühne. Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen einigten sich erst nach längerem Hickhack, wer wie viel in den gemeinsamen Haftungstopf nachschießt. Wegen der EU-Vorgaben sind bis 2024 noch etwa 2,7 Milliarden Euro fällig.

Auch Einlagen privater Banken sind bis zu 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Darüber hinaus sind viele Privatbanken Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes, der höhere Summen schützt. Allerdings nicht, wenn alles zusammenbricht. „Der Ausfall von ein oder zwei Banken kann aufgefangen werden. Eine systemische Krise hingegen nicht. In diesem Fall wird kaum ein auf den Beiträgen der Banken basierendes System halten können“, sagt Verbraucherschützerin Mohn. In letzter Konsequenz hafte der Staat – also der Steuerzahler.