Apple will sein iTunes-Radio international anbieten

Konzern plant Angriff auf Musik-Streamingdienste wie Napster

Apple will 14 Jahre nach dem ersten iPod-Player die Initiative im Musikgeschäft zurückgewinnen. Bei der diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC wird der Startschuss für einen neuen Musik-Streamingdienst erwartet, der Rivalen wie Napster herausfordern soll.

Nach Informationen aus der Musikbranche plant Apple einen Aboser­vice in mehreren Ländern. Das bisher nur in den USA verfügbare iTunes-Radio solle verbessert und ebenfalls international nutzbar werden. Die Musik-App auf Apples iPhones solle zur zen­tralen Schaltstelle für alle Angebote werden. Die Apple-Musik soll nicht nur für Nutzer von hauseigenen Geräten erreichbar sein, sondern auch auf dem rivalisierenden Android-System von Google. Apple knüpft damit an die iTunes-Tradition an: Der Musikplayer iPod und die dazugehörige Software wurden einst auch erst richtig erfolgreich, nachdem Apple sie für Nutzer des konkurrierenden Betriebssystems Windows von Microsoft geöffnet hatte. Apple ginge mit einem Streamingservice auf die neuen Gewohnheiten der Verbraucher ein. Mit den Downloads auf seiner iTunes-Plattform ist der iPhone-Konzern zwar immer noch der größte Musikverkäufer der Welt. Aber der Trend geht ganz klar zum Streaming, bei dem die Songs nicht zum Kauf heruntergeladen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt werden.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge soll das Abo bei Apple rund zehn Dollar im Monat kosten - und damit in etwa soviel wie bei der Konkurrenz. Die Rivalen hatten zuvor befürchtet, Apple könnte sich bei den Musikkonzernen bessere Konditionen sichern und ihnen mit einem niedrigeren Preis das Wasser abgraben. Die Zeitung schrieb, Apple habe immer noch keine neuen Verträge mit den großen Musikfirmen. In der Branche geht man aber davon aus, dass der Konzern auf der Konferenz in San Francisco die neuen Musikdienste im Detail präsentiert.