Hamburg

OECD warnt auf Hafenkonferenz vor immer größeren Schiffen

Hamburg. Mit einer Rekordbeteiligung ist am Dienstag die Welthafenkonferenz des Fachverbands IAPH offiziell eröffnet worden. Der Gastgeber, die Hamburg Port Authority (HPA), zählte 912 Anmeldungen, das sind mehr als doppelt so viele wie bei der Konferenz in Los Angeles vor zwei Jahren, sagte Organisatorin Sabine Stüben. „Offenbar haben wir die richtigen Schwerpunkte gesetzt.“

Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) sagte zur Eröffnung: „Im Zeitalter der Globalisierung, ist es kein Selbstgänger für eine Hafenstadt wie Hamburg, in der ersten Liga mitzuspielen. Wir müssen uns stets neu erfinden und in die Zukunft entwickeln. Das geht durch kluge Ideen, Kreativität und Innovationsgeist.“

Einer der Schwerpunkte der Konferenz war am Dienstag eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Größenentwicklung bei Containerschiffen. Demnach sind die wirtschaftlichen Vorteile riesiger Frachter geringer als angenommen. Wir sind dicht dran an dem Punkt, an dem größere Schiffe keinen Sinn mehr ergeben“, sagte Olaf Merk, bei der OECD zuständig für Häfen und Schiffe und Autor der Studie. „Oder wir haben ihn bereits überschritten.“

Die größten Containerschiffe können gegenwärtig mehr als 19.000 Standardcontainer (TEU) tragen. Es sind jedoch schon Schiffe mit mehr als 21.000 TEU Tragfähigkeit bestellt. „Rund 60 Prozent der Kosteneinsparungen bei den Großschiffen werden durch modernere Motoren erreicht, nicht durch die Größe“, sagte Merk. Zudem habe der Bestellboom bei den Großschiffen zu Überkapazitäten und damit zu geringeren Erlösen der Reedereien geführt, was die Kostenvorteile zum Teil zunichte mache. Schließlich aber benötigten die Riesenfrachter Investitionen in höhere Brücken, tiefere und breitere Zufahrtswege, stärkere Kaimauern und größere Containerterminals. Diese Kosten müssten zum Teil aus Steuergeld bestritten werden. Die OECD-Organisation schätzt sie auf rund 400 Millionen Dollar jährlich.