Bonn

Poststreik: Ver.di will Einsatz von Beamten stoppen

Bonn. Die Gewerkschaft Ver.di geht gerichtlich gegen den Einsatz von Beamten im Poststreik vor. Eine entsprechende Verfügung habe Ver.di am Dienstag beim Arbeitsgericht Bonn beantragt, teilte die Gewerkschaft mit. Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang des Antrages. Er werde geprüft. Eine Entscheidung werde Anfang der nächsten Woche, voraussichtlich am Dienstag, bekanntgegeben.

Seit Beginn des Konflikts hat die Post laut Ver.di vielfach Beamte auf bestreikten Arbeitsplätzen eingesetzt. Aus Sicht der Gewerkschaft sind sie damit Streikbrecher. Das sei nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes rechtswidrig, erklärte die Gewerkschaft. Ein Postsprecher wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Das Unternehmen halte sich strikt an die rechtlichen Vorgaben und prüfe jeden Einzelfall genau. In dem Tarifkonflikt geht es um Gehälter und Arbeitszeiten der 130.000 Tarifangestellten – die rund 38.000 Beamten bei der Post sind von dem Konflikt nicht betroffen und dürfen auch nicht streiken. Wenn das Gericht dem Antrag folgt, könnte Ver.di zufolge künftig für jeden Beamten-Einsatz auf bestreikten Arbeitsplätzen ein Ordnungsgeld von theoretisch bis zu 250.000 Euro fällig werden.

In dem Konflikt fordert Ver.di eine Verkürzung der Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei Lohnausgleich und 5,5 Prozent mehr Geld.