Hannover

Autozulieferer Continental setzt auf vernetzte Verkehrswelt

Hannoveraner kaufen für 600 Millionen Euro Software-Spezialisten

Hannover.  Der Autozulieferer Continental stärkt sich auf dem Wachstumsfeld „vernetztes Fahren“ mit einem 600 Millionen Euro schweren Zukauf. Die Hannoveraner übernehmen den Software-Spezialisten Elektrobit Automotive aus Erlangen, teilte der Dax-Konzern mit. Damit stößt die Elektrobit Corporation (EB) aus Finnland ihre Autoindustrie-Sparte ab und konzentriert sich auf die verbleibende Sparte für kabellose Datenübertragung.

Die Erlanger stehen für drei Wachstumsfelder, auf die Conti künftig einen Schwerpunkt setzt: das Auto als Teil des Internets, das Auto als fahrende Sensorsammlung in einer komplett vernetzten Verkehrswelt und das Auto mit wachsenden Autopiloten-Funktionen. Laut Conti sollen alle 1900 Software-Spezialisten in den Konzern integriert werden. Der Zukauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

Der von den Finnen verkaufte Bereich setzte im vergangenen Jahr gut 171 Millionen Euro um, was gegenüber dem Vorjahr 24 Prozent Wachstum bedeutet. Gut neun Prozent (16 Millionen Euro) der Erlöse blieben dabei als Gewinn vor Zinsen und Steuern übrig.

„Wir sind überzeugt, dass Continental den Ausbau der Autoindustrie-Sparte mit den richtigen Möglichkeiten und sehr großem Engagement vorantreiben wird – als einen Teil seines breiteren Sortiments aus Produkten und Lösungen“, sagte EB-Chef Jukka Harju. Conti übernehme auch den Namen Elektrobit; die Finnen als bisherige Mutter werden als Bittium Corporation weiterfirmieren.

Die Übernahme soll nach Conti-Angaben im dritten Quartal vollzogen werden, EB nannte Anfang Juli. Mitte Juni soll eine außerordentliche Hauptversammlung der EB-Anteilseigner den Weg auch formal freimachen – mehrere Aktionärsgruppen signalisierten bereits ihre Zustimmung. Und auch der EB-Vorstand hat schon einstimmig für einen Verkauf votiert. Continental mit seinen rund 200.000 Mitarbeitern beschäftigt derzeit etwa 11.000 Software-Entwickler, mit EB kommen nun fast 2000 dazu.