Deutsche Bahn

Lenkt Lokführer-Chef Weselsky in letzter Minute ein?

GDL-Chef Claus Weselsky

GDL-Chef Claus Weselsky

Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Wird der Rekord-Streik bei der Deutschen Bahn noch vor Pfingsten beendet? GDL-Chef Claus Weselsky deutet überraschend Lösungen an.

Berlin/Hamburg. Lenkt GDL-Chef Claus Weselsky kurz vor dem Rekord-Streik der Lokführer gegen die Deutsche Bahn doch noch ein? Zwar griff der mächtige wie umstrittene Gewerkschafts-Vorsitzende die Verhandlungsweise der Bahn im Tarifkonflikt wieder scharf an. Weselsky sagte im ARD-Morgenmagazin am Dienstag aber auch: Es sei möglich, den Arbeitskampf „innerhalb einer kurzen Zeit von zwölf bis 14 Stunden zu beenden“. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer stehe „jeden Tag zur Verfügung“, um eine Schlichtung zu starten, so Weselsky.

Neben einer höheren Entlohnung und neuen Arbeitszeiten geht es in dem Konflikt um die Tarifeinheit. Die Frage, ob „Tarifverträge gleich, widerspruchsfrei und konkurrenzfrei sein müssen“, dürfe nicht Teil der Schlichtung sein, sagte Weselsky. Es sei das „Grundrecht“ der Gewerkschaft, für ihre Mitglieder einen Tarifvertrag abzuschließen, „egal, ob er abweicht von anderen Tarifverträgen“.

Diese Rechte haben Sie als Bahnkunde beim Streik

Der GDL-Chef sagte aber auch: „Wir sehen ein Management, das versucht, das auszusitzen, das uns hinhält.“ Die Bahn sei nicht einmal in der Lage gewesen, ein Schlichtungsabkommen mit der GDL zu verhandeln.

Die Lokführer wollen am Nachmittag damit beginnen, den Güterverkehr zu bestreiken. In der Nacht zum Mittwoch sollen dann auch die Personenzüge stehen bleiben. Das Streikende ist bislang offen und soll nach GDL-Angaben erst 48 Stunden vorher bekannt gegeben werden.

Die Bahn will in den separat geführten Verhandlungen mit der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unterschiedliche Regelungen für gleiche Berufsgruppen verhindern.

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Weselsky sieht auch die Bundesregierung als Eigentümer der Bahn in der Pflicht. „Man kann hier nicht einfach zuschauen, Geld verbrennen und rumjammern, dass so viel Geld vernichtet wird, während das Geld ausreicht, um die Tarifforderungen der GDL allesamt zu bedienen“, sagte Weselsky. (HA/dpa)

Tarifkonflikt mit den Lokführern
Video: Hamburg 1