Hamburg

Eine Luftfahrt-Legende tritt ab

Uwe Gröning gibt nach 19 Jahren sein Amt als Vorsitzender des Zuliefererverbands Hanse-Aerospace auf

Hamburg.  19 Jahre lang stand Uwe Gröning an der Spitze von Hanse-Aerospace – seit der Gründung des Luftfahrtzuliefererverbands. Am Freitagnachmittag hat sich Hanse-Aerospace auf einer Feier im Park Café Schöne Aussichten in Planten un Blomen von Gröning, 71, der nicht erneut für das Ehrenamt des Ersten Vorsitzenden kandidiert, verabschiedet. Neben Unternehmern aus der Branche waren auch Experten der Wirtschaftsbehörde und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) unter den Gästen.

Gröning hat die Luftfahrtlandschaft in Norddeutschland mitgeprägt: Sieben Mittelständler schlossen sich im Jahr 1996 zu dem Verband Hanse-Aerospace zusammen, heute hat er mehr als 160 Mitglieder. Bei ihnen sind 14.000 Mitarbeiter, rund zehn Prozent aller in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie tätigen Fachkräfte, beschäftigt. Über dieses Netzwerk ist es den meist mittelständischen Zulieferern gelungen, ihre Kompetenzen effektiver zu präsentieren und ihre Inter­essen gegenüber der Politik besser zu vertreten. Eine zentrale Bewerbungsadresse hilft, die Nachteile der kleineren Firmen gegenüber den großen Konzernen in diesem Wirtschaftszweig bei der Personalbeschaffung auszugleichen. Noch ist nicht klar, wer Nachfolger von Gröning an der Spitze des Verbandes wird. Im Juni soll sich dies bei einer Vorstandswahl entscheiden.

Kennzeichnend für Gröning sind seine unvergleichlich menschliche Art und seine Abneigung gegen diplomatische Verbrämungen. Dies stellte er auch am Freitag unter Beweis: „Bisher musste ich 160 Kompromisse machen, das ist jetzt vorbei.“

Der Luftfahrtbranche wird Gröning allerdings erhalten bleiben – als Geschäftsführer des im Jahr 1980 von ihm und seiner Frau Ursula gegründeten Hamburger Flugzeugkabinenzulieferers Innovint, auch wenn sein Sohn Manfred in den vergangenen Jahren bereits immer mehr Verantwortung im Betrieb übernommen hat.

Gröning hat seine Karriere im Jahr 1960 mit einer Lehre zum Metallflugzeugbauer beim Airbus-Vorgängerunternehmen Hamburger Flugzeugbau begonnen. Nach einem Ingenieurstudium an der HAW in der Fachrichtung Flugzeugbau war er in dem Unternehmen, das inzwischen Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) hieß und zum Airbus-Konsortium gehörte, als Manager tätig.