Frankfurt

DAX vor Verschnaufpause

Börsenexperten rechnen nach Rekordwerten mit allenfalls mäßig steigenden Kursen

Frankfurt.  Nach der jüngsten Rekordjagd werden die meisten Anleger in der neuen Woche wohl eine Auszeit nehmen. „Die relative hohe Bewertung der DAX-Aktien spricht dafür, dass sich der Leitindex seitwärts bewegen wird“, sagt Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp. Am Freitag rückte das Börsenbarometer zeitweise auf eine neue Bestmarke von 12.390,75 Punkten vor. Seit Jahresbeginn ist der DAX um rund 25 Prozent gestiegen.

Trotz des jüngsten Höhenflugs sehen die meisten Experten die Börsen nach unten abgesichert. „Neben der expansiven Geldpolitik der weltweit wichtigsten Notenbanken und dem niedrigen Ölpreis erweist sich vor allem der schwache Euro als Kurstreiber“, sagt Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Allerdings gibt es auch einige skeptische Stimmen: „Mit der Rallye der vergangenen Wochen sind Euro-Aktien den fundamentalen Gegebenheiten weit enteilt“, sagt Helaba-Analyst Markus Reinwand. „Angesichts der hohen Erwartungshaltung der Anleger hat die Gefahr von Enttäuschungen und damit von Kursrücksetzern deutlich zugenommen“, warnt Reinwand.

Mit Spannung werden die Investoren die zinspolitische Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch verfolgen. An den Leitzinsen wird Notenbank-Chef Mario Draghi wohl nicht drehen. Vielmehr dürfte das mehr als eine Billion Euro schwere Anleihenkaufprogramm im Blickpunkt des Treffens stehen. Die Währungshüter werden nach Ansicht der Commerzbank mit der jüngsten Entwicklung ziemlich zufrieden sein. Schließlich hätten die Wirtschaftsindikatoren für den Euro-Raum seit der letzten Zinssitzung Anfang März meist positiv überrascht. Und nicht zuletzt: „Die längerfristigen Inflationserwartungen haben sich zuletzt zumindest stabilisiert, wenn auch auf einem weiter niedrigen Niveau.“ Folglich werde die EZB vorerst wohl eine abwartende Haltung einnehmen und von weiteren Maßnahmen absehen. Die neuesten Konjunkturdaten aus den USA dürften von Börsianern erneut auf Hinweise für den Zeitpunkt der geplanten Zinswende abgeklopft werden.