Wirtschaft

Piëch spielt sich selbst ins Abseits

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg ist einer der besten Vereine in der Bundesliga, doch in Wolfsburg selbst läuft der Ball nicht mehr rund. Es ist mal wieder der mächtige Patriarch Ferdinand Piëch, der Sand ins Getriebe schüttet. Dem „Spiegel“ hat er gesagt, dass er mit seinem ehemaligen Ziehsohn, dem VW-Chef Martin Winterkorn auf Distanz sei. Winterkorn selbst kennt vermutlich nicht einmal die Gründe für diese Äußerung.

Piëch, der gemeinsam mit Winterkorn die Strippen zog, um den Autokonzern zum größten der Welt zu machen, hat sich jetzt selbst ins Abseits gespielt. Der 77-Jährige führt sich auf, als wäre er persönlich der alleinige Inhaber der Wolfsburger Firma. Dass neben stimmlosen Kleinaktionären auch die Familie Porsche noch ein Wörtchen mitzureden hat, ficht ihn nicht an. Piëch war nie zimperlich, wenn es ums Austeilen ging. Manche Manager des Autokonzerns sollen sogar einen Magendruck verspürt haben, wenn sie ihm zufällig auf dem weitläufigen VW-Gelände begegneten.

Lange war es ruhig um den Patriarchen, der vor drei Jahren seine Frau Ursula nach seinem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat in dem Gremium platzierte. Doch jetzt schadet sein Alleingang dem Unternehmen. Der einst hochgehandelte Manager schafft es, mit einer Aussage den größten Autobauer der Welt auszubremsen und gleichzeitig sein Lebenswerk zu beschädigen.

Seite 26 Machtkampf bei VW