Tourismus

Öger Tours verzeichnet Rekordjahr mit Türkei-Urlauben

Altstadt und Hafen der türkischen Stadt Antalya

Altstadt und Hafen der türkischen Stadt Antalya

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Hamburger Tochter von Thomas Cook gelingt bester Umsatz der Firmengeschichte. Deutsche Reisebranche erwartet 2015 weiteres Wachstum.

Hamburg.  Das Land der Reiseweltmeister steht vor einem Jahr mit noch mehr Städtetrips, Strandurlauben und Erlebnissen in fernen Ländern. Die Konsumforscher der GfK rechnen für 2015 mit einem Wachstum von drei Prozent für Pauschalreisen. Gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und günstige Konjunkturdaten belebten das Geschäft von TUI, Thomas Cook und Co. Die aktuellen Vorausbuchungen in den Reisebüros lägen über dem Vorjahresniveau. Die Forscher haben für den Januar ein Umsatzplus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ermittelt. „Die Aussichten sind so gut, wie wir sie noch nicht hatten“, fasst Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zusammen.

Auch der größte Hamburger Anbieter Öger Tours ist mit den Buchungen zufrieden. „Wir bewegen uns mit Öger Tours in Summe auf Marktniveau und liegen in unserem wichtigsten Zielgebiet, der Türkei, sogar über der Marktentwicklung“, sagte Geschäftsführer Björn Walther dem Abendblatt.

Im Geschäftsjahr 2013/2014 hatten die Hamburger auch dank eines brummenden Türkeigeschäfts einen Umsatz von 330 Millionen Euro erzielt. „Wir haben damit das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte erlebt“, freut sich Walther über die vergangene Saison, die branchenweit Rekorde brach. Vural Öger, Gründer des Türkeispezialisten, hatte seine Firma vor fünf Jahren an Thomas Cook verkauft und 2014 einen neuen, eigenen Reiseveranstalter gegründet. Heute ist Öger Tours in Hamburg mit 65 Mitarbeitern nicht nur für die eigenen Kataloge mit den Zielen Türkei und Orient verantwortlich. Das Team stellt auch das Türkeiprogramm für andere Thomas-Cook-Marken zusammen.

Unabhängig von einzelnen Veranstaltern sind die großen Trends bei den Zielen unverändert. Auf dem ersten Platz der Hitliste der Bundesbürger liegt Urlaub im eigenen Land, gefolgt von Spanien, Italien, der Türkei und Österreich. Die Türkei hat in diesem Jahr bisher einen leichten Einbruch bei den Buchungen verzeichnet. Deutlich gestiegen ist dagegen die Nachfrage nach Griechenland und inzwischen auch wieder Ägypten, trotz der Krisen. „Für Ägypten haben wir Flugkapazitäten nachgeordert“, sagt eine Alltours-Sprecherin.

Bei den Fernreisen seien die USA, die Dominikanische Republik, Mexiko, Kanada und Thailand besonders gefragt, sagte Christian Clemens. Der Chef von TUI Deutschland sagt dem Segment eine wachsende Bedeutung voraus.

Derzeit lege die Sparte bereits um 30 Prozent zu. „Bei Fernreisen erwarten wir in den nächsten Jahren das größte Wachstum“, sagte der TUI-Chef anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, wo sich ab dem heutigen Mittwoch die Branche trifft. Hier werden auch die Veränderungen im Kundenverhalten heiß diskutiert.

Schließlich war vor einigen Jahren angesichts des digitalen Wandels schon einmal das Ende der Reisebüros vorhergesagt worden. Tatsächlich hat laut GfK die Bedeutung von Katalogen abgenommen. Nur noch jeder Dritte nutze Reisekataloge. Im Internet schaut hingegen fast jeder Zweite (45 Prozent) nach Urlaubsreisen. „Wir verzeichnen weiterhin 80 Prozent der Umsätze über den stationären Vertrieb“, betont indes Öger-Chef Walther die anhaltende Stärke der Reisebüros. „Hier sind wir im abgelaufenen Jahr sogar gewachsen. Ich gehe auch weiter davon aus, dass dieser Vertriebsweg unser wichtigstes Standbein bleiben wird.“

Die Ausgaben für Urlaub dürften derweil nur leicht zulegen: Branchenprimus TUI spricht von einem Anstieg der Preise um zwei Prozent. Profitieren könnte die Branche auch vom Absturz des Ölpreises. „Damit sinken die Kosten für Langstreckenflüge“, sagt Ralph Schiller von der FTI-Group.

Auch trotz des schwachen Euro müssen Pauschalreisende keine Mehrkosten fürchten. Die Reiseveranstalter handeln die Preise bereits früh aus und wappnen sich so vor Währungsschwankungen. Dagegen müssen Individualtouristen, die in ein Nicht-Euro-Land reisen, mit Aufschlägen rechnen. Die Kaufkraft des Euro liege in der Schweiz derzeit bei 66 Cent, in Norwegen bei 73, in Schweden bei 85 und Großbritannien bei 82 Cent, sagte eine Sprecherin des Bankenverbands dem „Tagesspiegel“. Besonders günstig für deutsche Reisende seien dagegen Griechenland, Ungarn und die Türkei.

Die Reisemesse ITB in Berlin öffnet am 4. März für Fachbesucher, am Abschlusswochenende 7. und 8. März steht sie allen Interessierten zwischen zehn und 18 Uhr für 15 Euro pro Ticket offen.