Wirtschaft-Trend

Mehr Insolvenzen in Hamburg

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Bezirk Mitte ist mit 291 Pleiten trauriger Spitzenreiter. Auch Altona legt kräftig zu, Bergedorf verzeichnet einen Rückgang. Überraschend: Bundesweit ist die Zahl der Firmenaufgaben ebenfalls rückläufig.

Hamburg. Während bundesweit die Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiterhin um 8,2 Prozent rückläufig sind, stiegen sie in Hamburg von 907 im Jahr 2013 auf 925 im vergangenen Jahr. Das bedeutet eine Zunahme von zwei Prozent der Pleiten in der Hansestadt. Absoluter Spitzenreiter bei der Anzahl der Insolvenzen war der Bezirk Mitte mit 291 Pleiten im vergangenen Jahr gegenüber 193 (plus 6,2 Prozent) 2013. In Altona ist die Zahl der Pleiten sogar um 25,2 Prozent auf 204 gestiegen. In Bergedorf gab es dagegen nur 45 Insolvenzen – nach 39 im Vorjahr.

Den stärksten Rückgang gab es in Wandsbek mit einem Minus von 16,6 Prozent, teilte die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel mit. In Eimsbüttel stieg die Zahl der unfreiwilligen Unternehmensaufgaben im Vergleich zu 2013 um eine von 60 auf 61 Insolvenzen, in Harburg von 65 auf 73 und im Bezirk Nord von einst 127 auf nunmehr 121 Insolvenzen.

Forderungen von drei Milliarden Euro

Auffallend war laut den Experten, dass die durch Firmeninsolvenzen verursachten Schäden, also die voraussichtlichen Forderungen mit mehr als drei Milliarden Euro in Hamburg sehr hoch sind. Nur in Nordrhein-Westfalen und Sachsen sei dieser Wert 2014 höher gewesen, teilte Bürgel mit.

Bundesweit mussten 2014 exakt 24.549 Unternehmen Insolvenz anmelden. „Wir beobachten bei den Firmeninsolvenzen den fünften Rückgang in Folge und den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1999“, kommentierte Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. Im Vergleich zum Jahr 2004 sank die Zahl der Pleiten um 37,3 Prozent. Vor zehn Jahren meldeten immerhin noch 39.123 Unternehmen eine Insolvenz an.

Hauptgrund für den erneuten Rückgang der Pleiten ist laut Bürgel die gefestigte Konjunktur, die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, ein Anstieg der Reallöhne sowie sinkende Energiekosten, die zu einem Plus beim Konsum führten. „Aktuell gehen wir für das Jahr 2015 von einem leichten Anstieg bei den Insolvenzzahlen um 1,5 bis 2,0 Prozent aus“, sagte Sellin. Die durch die Insolvenzen verursachten Schäden beliefen sich 2014 auf knapp 26 Milliarden Euro.