Heiliges Fest

681 Euro für Geschenke, Reisen und Festmahl zu Weihnachten

Deutsche sind spendabel zum Fest. Aber keine Ausgaben auf Pump. Auch die Hamburger machen da keine Ausnahme. 73 Prozent schließen aus, für das Weihnachtsfest zusätzliche Schulden zu machen.

Hamburg. Beflügelt von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und den niedrigen Zinsen greifen die Deutschen beim Kauf der Weihnachtsgeschenke tief in die eigene Tasche. Die durchschnittlichen Weihnachtsausgaben liegen bei 681 Euro pro Haushalt, ermittelte das Internetportal Deals.com in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail. 381 Euro entfallen davon auf Geschenke, der Rest verteilt sich auf Ausgaben für Reisen, Essen und Getränke sowie die weihnachtliche Dekoration. Doch auf Pump werden die Ausgaben nicht finanziert. Knapp 71 Prozent aller Kreditnehmer lehnen es ab, ein Darlehen für Weihnachtsgeschenke aufzunehmen, geht aus einer aktuellen Studie der Postbank hervor, die dem Abendblatt exklusiv vorliegt.

Auch die Hamburger machen da keine Ausnahme. 73 Prozent schließen aus, für das Weihnachtsfest zusätzliche Schulden zu machen. Auch neue Kleidung oder eine Urlaubsreise würden sie nicht auf diese Weise finanzieren, geht aus der Postbank-Umfrage hervor. Leichte Unterschiede gibt es bundesweit in Bezug auf Weihnachten zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Ost und West. Vor allem die weiblichen Befragten wollen beim adventlichen Einkaufsbummel kein geliehenes Geld ausgeben (76 Prozent). Die Männer sind in diesem Punkt mit insgesamt 66 Prozent weniger restriktiv. Während der Kauf von Geschenken auf Kredit im Westen für 72 Prozent tabu ist, lehnen ihn im Osten nur 67 Prozent ab. „Aus diesen Zahlen darf man nicht ableiten, dass rund 30 Prozent zur Kreditaufnahme für Weihnachtsgeschenke bereit wären“, sagt Ralf Palm, Sprecher der Postbank. Gefragt, für welchen Zweck die Hamburger in der Vergangenheit einen Kredit aufgenommen haben, bilden Weihnachtsgeschenke mit 1,2 Prozent das Schlusslicht.

Die Hamburger sind bei der Kreditaufnahme sehr zurückhaltend. 43 Prozent lehnen es kategorisch ab, Schulden für Konsumzwecke zu machen. 64,5 Prozent sagen: „Ich spare lieber auf meine Ziele.“ Für jeden Dritten ist es kein Problem, sich seine Wünsche auf Anhieb zu erfüllen, denn rund 30 Prozent sagen, dass sie über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.

17,5 Prozent der Hamburger haben in den letzten fünf Jahren einen Ratenkredit aufgenommen. Das liegt unter dem Bundesdurchschnitt, der 20,7 Prozent beträgt. Insgesamt haben bereits 44,5 Prozent der Hamburger Erfahrungen mit einem Ratenkredit, auch wenn die Kreditaufnahme schon länger zurückliegt. „Am häufigsten wurden per Kredit größere Anschaffungen finanziert, die längerfristig von Nutzen sind“, sagt Palm. Ganz vorn bei den Norddeutschen stehen Auto oder Motorrad (45 Prozent), Wohnungseinrichtung (20,4 Prozent) und die Renovierung (18 Prozent). Aber auch medizinische Leistungen wurden zu 22 Prozent auf Kredit finanziert.