Hamburgs Industrie beklagt Einbruch der Auftragseingänge

Hamburg. Die Stimmung in der Industrie ist seit längerer Zeit wieder schlechter als in der übrigen Hamburger Wirtschaft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Handelskammer. Beim Hamburger Industriebarometer fällt der Geschäftsklimaindikator für das Verarbeitende Gewerbe zum Ende des dritten Quartals um 15,8 Punkte im Vergleich zum Vorquartal. Auslöser der gedrückten Stimmung ist insbesondere die Erwartung an die zukünftige Lageentwicklung: Rund ein Viertel der befragten Industrieunternehmen rechnet mit einer Verschlechterung des Geschäfts, nur 14 Prozent gehen von einer Verbesserung der Lage aus. 61 Prozent erwarten gleichbleibende Geschäfte.

Wichtiger Grund für die ins Negative abgerutschten Erwartungen ist zum einen ein schwacher Auftragsbestand, den 32,7 Prozent der befragten Industriemanager beklagen. 64,8 Prozent halten den Auftragsbestand für saisonüblich. Zudem gehen vor allem die Aufträge aus dem Ausland zurück. Im Saldo sind sie um 14 Prozent gesunken, nachdem im Vorquartal noch wachsende Auslandsaufträge vermerkt wurden. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bewerten Hamburger Unternehmen neben anderem die Verkehrsinfrastruktur als schlecht. Insgesamt 109 Unternehmen nahmen an der Umfrage teil.

Mit der Abkühlung der Konjunktur befasst sich auch der 7. Hamburger Industrietag, der am heutigen Donnerstag in der Handelskammer stattfindet. Der Vorsitzende des Industrieverbands Hamburg (IVH) und Vorstandschef der Region Nord der Siemens AG, Michael Westhagemann, will dabei ergründen, ob ein nationaler „Masterplan Industrie“ notwendig ist.

Über die industriepolitischen Vorstellungen der Bundesregierung will dazu die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Brigitte Zypries (SPD), Auskunft geben. In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Westhagemann sowie dem Vorsitzenden des DGB Nord, Uwe Polkaehn, und dem Hamburger Oberbaudirektor Jörn Walter wird Zypries die Lage der norddeutschen Industriebetriebe erörtern. Dabei wird es nicht zuletzt um den Flugzeugbauer Airbus gehen – Zypries ist nämlich auch Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt.