Weniger Piratenüberfälle – aber Südostasien wird gefährlicher

Kuala Lumpur. Der Schwerpunkt der Piraterie auf See verlagert sich von der Ostküste Afrikas nach Südostasien. Im Vierteljahresbericht des International Maritime Bureau (IMB) heißt es, in den ersten neun Monaten des Jahres habe es vor der Küste Südostasiens 103 Piratenüberfälle gegeben. Der größte Teil davon habe sich vor der indonesischen Küste ereignet. Im Jahr 2013 wurden demnach vor südostasiatischen Küsten 81 Angriffe verübt, 2011 waren es 54.

Weltweit ging die Zahl der Überfälle zurück. In den ersten neun Monaten wurden 178 Fälle registriert, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 188 und 2011 insgesamt 352. IMB-Direktor Pottengal Mukundan führte den Rückgang unter anderem auf die multinationalen Marinepatrouillen vor Ostafrikas Küste zurück. Die zunehmenden Attacken auf kleine Küstentanker in Südostasien bezeichnete er als „besorgniserregend“. Die Region umfasst lebenswichtige Schifffahrtswege wie das Südchinesische Meer oder die Straße von Malakka zwischen Malaysia und Indonesien, eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt.

In den Gewässern vor Somalia registrierte das IBM im laufenden Jahr noch zehn Vorfälle. Vor der nigerianischen Küste waren es 13 – im Vergleich zu 29 im Jahr 2013. Es wies darauf hin, dass mutmaßliche somalische Piraten zu Lösegelderpressungen weiterhin 40 Geiseln in ihrer Gewalt haben.