Computerhersteller Protonet peilt für 2014 die Umsatzmillion an

Hamburger Firma liefert den ersten Server ihres neuen Typs aus

Hamburg. Mit einer sogenannten Keynote-Ansprache im Apple-Stil hat Ali Jelveh, einer der beiden Gründer der Altonaer Computerfirma Protonet, die nächste Phase in der Entwicklung des jungen Unternehmens eingeleitet: Die Grundidee von Protonet, den Nutzern die Hoheit über ihre Daten zurückzugeben, ist mit dem Auslieferungsstart des neuen, günstigeren Gerätetyps Maya nun für einen wesentlich größeren Kreis potenzieller Kunden realisierbar.

Bisher hat die im Jahr 2012 gegründete Firma knapp 300 Server der Typen Carla und Carlita zu Preisen von rund 3000 bis 5300 Euro ausgeliefert, jetzt kommt das kleinere Modell Maya für knapp 1200 Euro hinzu.

Allen drei Geräten, die Protonet als „Personal Server“ bezeichnet, ist gemeinsam, dass sie ein auffällig orangerotes Metallgehäuse besitzen, in den Hamburger Räumen des Unternehmens montiert werden und ein eigenes Betriebssystem namens Soul (englisch: Seele) haben. Sie bieten die Funktionalitäten der „Datenwolke“, ohne dass die Nutzer – vor allem kleinere Betriebe, aber auch Privatpersonen – ihre Daten aus der Hand geben müssen und sich von weltweit operierenden Internetfirmen abhängig machen.

„Rund 1000 Maya-Geräte sind schon jetzt vorbestellt“, sagt Jelveh. Mit der neuen Produktpalette peile man einen Umsatz von einer Million Euro in diesem Jahr an, was nahezu einer Vervierfachung gegenüber dem Jahr 2013 entspreche. Aktuell hat Protonet 33 Beschäftigte, im kommenden Jahr soll sich diese Zahl mindestens verdoppeln. Knapp 50 Server werden derzeit im Monat gefertigt.

Das für die weitere Expansion nötige Kapital hat sich das Unternehmen im Juni mit einem Weltrekordergebnis für sogenannte Crowdfunding-Aktionen beschafft, als man drei Millionen Euro von Kleinanlegern einsammelte. Gewinne werden zwar nicht vor dem Jahr 2016 erwartet. „Aber nur der kleinste Teil der Anleger investiert wegen der Rendite in Protonet“, so Jelveh. Vielen geht es offenbar darum, die Mission zu unterstützen, der Jelveh und sein Team sich verschrieben haben: „Wir wollen etwas verändern in der Welt.“ Gemeint ist die Art und Weise, „wie man mit seinen Daten umgeht“.

Bisher werden die Server über die Protonet-Internetseite verkauft. Schon seit Jahresanfang laufen Gespräche mit mehreren Vertriebspartnern, darunter der Flensburger Computerhändler ComLine. „Wir haben unterschätzt, wie lange diese Verhandlungen dauern“, sagt Marketingchef Thomas Reimers. Das Protonet-Leitungsteam sorgt sich, dass bei einem Verkauf der Server über mächtige Ketten wie etwa Media Markt und Saturn der Preis unter Druck geraten könnte.