Zehn-Euro-Schein wird sicherer

Neue Banknote kommt am 23. September in Umlauf. Deutsche Bahn will Automaten diesmal rechtzeitig umstellen

Frankfurt am Main. Die Europäer bekommen einen neuen Zehn-Euro-Schein. Die modernisierte Banknote kommt am 23. September in Umlauf. „Neue, verbesserte Sicherheitsmerkmale sollen außerdem das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Währung stärken“, sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, bei einer Präsentation des Geldscheines.

Die Neuauflage des Scheins stellt die Zentralbanken vor eine Herausforderung: Insgesamt zirkulieren 16,6 Milliarden Euro-Banknoten weltweit. Aus diesem Bestand müssen die Zentralbanken die Zehner herausfiltern und Stück für Stück durch die neue Version ersetzen. Die Banken bestücken dann allein in Deutschland etwa 12.800 Geldautomaten mit den neuen Scheinen.

Die Deutsche Bundesbank erwartet eine weitgehend reibungslose Umstellung. So habe die Deutsche Bahn schon Ende August alle Fahrkartenautomaten auf den Bahnhöfen vorbereitet, sagte Thiele am Donnerstag. Der Bundesverband der Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller habe zugesagt, zum Stichtag 23. September würden 95 Prozent aller Maschinen den neuen Zehner akzeptieren.

Gleichzeitig betonte der Bundesbanker: „Die Anpassung der Automaten liegt in der Verantwortung der Betreiber. Die Bundesbank hat darauf keinen Einfluss.“ Allerdings hätten die Automatenbetreiber aus den Erfahrungen von Mai 2013 gelernt. Damals hatten unter anderem die Deutsche Bahn und Parkhausbetreiber ihre Automaten nicht rechtzeitig auf den neuen Fünfer umgestellt, sodass die Geräte die neuen Scheine nicht annahmen.

Und so sieht der neue Schein aus: Das Grundmotiv hat sich nicht stark verändert. Es zeigt eine Brücke und ein Gebäude im Stil der Romanik – aus derselben Epoche stammen etwa die Dombauten in Mainz und Speyer. Die Bauwerke auf dem Zehner gibt es aber in Wirklichkeit nicht. So vermeidet die Europäische Zentralbank, einzelne Gebäude und damit ein Mitgliedsland hervorzuheben. Die Veränderungen liegen im Detail. So wird die Abkürzung EZB, die bisher am oberen Rand der Scheine zu sehen war, an den linken Rand verschoben und mit vier neuen Sprachen ergänzt. Künftig wird es nicht mehr möglich sein herauszufinden, wo die Geldnote gedruckt wurde. Bislang konnte man anhand der Buchstaben feststellen, die der Seriennummer vorangestellt sind, welche der Notenbanken den Schein in Umlauf gebracht hat. X steht beispielsweise für Deutschland.

Dafür rückt Europa, also die Frauengestalt aus der griechischen Mythologie, in den Vordergrund. Auch im Wasserzeichen und im Hologramm wird sie erscheinen. Das Hologramm ist dabei in den Silberstreifen auf der Vorderseite integriert. Kippt man den Geldschein, wechselten sich an dieser Stelle bisher ein Euro-Zeichen und der Wert der Banknote im Sichtfeld ab. Beim neuen Schein gehen dabei das Porträt der Europa, das Fenster des Gebäudes sowie die Zahl zehn ineinander über. Beim Neigen wechselt die Farbe der Zahl zehn von Smaragdgrün in ein tiefes Blau. Auch durch Tasten lässt sich die Echtheit der Banknote recht zuverlässig überprüfen: Diverse Linien, das Hauptmotiv, die Schrift und die Wertzahl kann man erfühlen. Unsichtbar sind hingegen die Elemente der Banknote, die erst unter UV-, UVC-, sowie Infrarotlicht zu erkennen sind.