„Konto für jedermann“ wird europaweit zur Pflicht

Berlin. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will das Konto für jedermann bald einführen. „Noch immer wird zu vielen Menschen in Deutschland ein eigenes Bankkonto verweigert“, sagte Maas am Dienstag im Bundestag. „Die Betroffenen geraten dabei immer wieder in einen Teufelskreis.“ Wer kein eigenes Konto habe, erwecke Misstrauen und habe dadurch Nachteile etwa bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Arbeitsplatz.

In der kommenden Woche trete die EU-Richtlinie in Kraft, „mit der das Konto für jedermann endlich Wirklichkeit werden soll“, sagte Maas weiter. Die Bundesregierung beginne jetzt mit der Umsetzung. Dafür hat sie zwei Jahre lang Zeit; allerdings soll es nach dem Willen des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz schneller gehen. Wie viele Menschen in Deutschland kein eigenes Konto besitzen, ist nicht genau bekannt. Die EU-Kommission schätzt die Zahl hierzulande grob auf 670.000 Menschen.