Malaysia Airlines wird umgebaut und verstaatlicht

Kuala Lumpur. Nach zwei Flugzeugkatastrophen in kürzester Zeit soll Malaysia Airlines radikal umgebaut werden. Der Handel mit den Aktien wurde am Freitag ausgesetzt. Der Mehrheitsaktionär, der staatliche Investmentfonds Khazanah Nasional Berhad, will die ausstehenden Aktien aufkaufen und das Unternehmen zunächst von der Börse nehmen, wie er am Freitag in Kuala Lumpur ankündigte. Die anderen Anteilsbesitzer sollen mit einem Aufpreis auf den letzten Aktienkurs von 12,5 Prozent abgefunden werden. Das soll umgerechnet 321 Millionen Euro kosten. Bisher hält der Fonds 69 Prozent der Anteile. Der Plan für die komplette Umstrukturierung soll bis Ende August vorliegen.

Ministerpräsident Najib Razak kündigte „schmerzhafte Schritte“ an. „Malaysia Airlines ist Teil der Geschichte von Malaysia. Das Unternehmen ist ein Symbol des Nationalstolzes, unserer Ambitionen und unseres Platzes in der Welt“, teilte er mit. „Es ist mehr als ein Unternehmen. Wir packen diese Veränderungen an, um sicherzustellen, dass das Unternehmen auch Teil der Zukunft Malaysias ist.“ Die Umstrukturierung berühre alle Bereiche, teilte Khazanah mit: das operative Geschäft, das Geschäftsmodell, die Finanzierung und das Personal. Der Vorsitzende der Flugbegleitergewerkschaft, Ismail Nasaruddin, rechnet mit der Streichung von „einigen Tausend“ der 19.500 Stellen. Die Fluggesellschaft wurde zuletzt mehrfach umstrukturiert und verlor drei Jahre lang Geld.

Malaysia Airlines hat in diesem Jahr bereits zwei Passagierjets verloren. Im März verschwand Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos. Bis heute wurde das Flugzeug trotz großer Suchmaßnahmen im Indischen Ozean nicht gefunden. Im Juli kamen die 298 Insassen von Flug MH17 ums Leben, als die Maschine vermutlich von prorussischen Separatisten über der Ostukraine abgeschossen wurde. Der Jet flog von Amsterdam nach Kuala Lumpur.