HRE-Chefin Better tritt nach Streit mit Bund zurück

München. Der Streit zwischen der Hypo Real Estate (HRE) und dem Bund über die Zukunft der notverstaatlichten Immobilienbank eskaliert. Vorstandschefin Manuela Better wirft überraschend das Handtuch. Sie hat sich mit dem Eigentümer in der Frage zerstritten, wie sich bei der Verwertung der HRE-Reste das meiste Geld für die Steuerzahler herausholen lässt. Diese haben insgesamt 100 Milliarden Euro in den einstigen DAX-Konzern gepumpt, um die Bank in der Finanzkrise vor dem Kollaps zu retten.

Die Regierung wurde vom Rückzug Betters kalt erwischt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Wichtigste Aufgabe ist die anstehende Privatisierung der Pfandbriefbank pbb, die zum HRE-Konzern gehört. Das Institut muss auf Drängen der EU bis Ende 2015 verkauft oder an die Börse gebracht werden. Der Startschuss solle in Kürze fallen. Nun ist die Unsicherheit groß, auch wenn das Bundesfinanzministerium am Zeitplan festhält.

Better war seit März 2010 am Ruder, als sie faktisch über Nacht in die Fußstapfen des ebenfalls Knall auf Fall abgetretenen Managers Axel Wieandt trat. Ihr Vertrag wäre eigentlich noch bis Anfang 2017 gelaufen. Sie hatte sich zuletzt für den Verkauf des deutsch-irischen Staatsfinanzierers Depfa eingesetzt, der ebenfalls zur HRE gehört und seit der Krise kein Neugeschäft mehr macht. Better sah im Bieterprozess für die Depfa eine Blaupause für die pbb.

Doch in Berlin wurde sie nicht erhört. Der Bund entschied sich gegen den Verkauf an einen Finanzinvestor und für die Abwicklung in der „Bad Bank“ der HRE, der FMS Wertmanagement – in der Hoffnung auf einen höheren Gewinn am Ende. Die Risiken bleiben damit allerdings die nächsten Jahrzehnte beim Steuerzahler. Better wollte das nicht mittragen: Sie sehe „keine Basis mehr“ für die Ausübung ihrer Mandate, erklärte sie.