Airbus-Zulieferer schafft 100 Jobs in Hamburg

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Französische Firma Aircelle baut in Hausbruch Werk für Triebwerksverkleidungen

Hamburg. Der französische Luftfahrtzulieferer Aircelle kommt nach Hamburg. Auf einem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück in Hausbruch baut Aircelle ein Werk für die Endmontage von Triebwerksverkleidungen, die für Flugzeuge der neuen Reihe Airbus A320neo vorgesehen sind. Das Werk, mit dem 100 Arbeitsplätze in der Hansestadt geschaffen werden, soll nach Angaben von Aircelle im Jahr 2016 voll betriebsbereit sein.

Der neue Produktionsstandort sei „ein entscheidender Vorteil in unserer langfristigen Zusammenarbeit mit Airbus und unterstreicht unser Bekenntnis zum Luftfahrt-Cluster Hamburg“, sagte Aircelle-Chef Martin Sion. Nach Toulouse in Frankreich und Komsomolsk in Russland, dem Produktionsort des Suchoi Superjet 100, wird Hamburg damit der dritte Endmontagestandort von Aircelle, dem nach eigenen Angaben zweitgrößten Hersteller von Triebwerksgondeln weltweit.

Aircelle ist eine Tochtergesellschaft der französischen Safran-Gruppe, die in Kooperation mit General Electric (GE) einen der beiden Triebwerkstypen baut, mit denen die Jets der A320neo-Familie ausgestattet werden können. In dem geplanten Hamburger Werk werden die Verkleidungen mit dem Triebwerk verbunden, dieses wird dann an die Endmontagelinie von Airbus auf Finkenwerder geliefert.

Das erste Flugzeug der neuen A320-Variante, die 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und deutlich leiser sein soll als die Jets der heutigen Generation, wird nach den aktuellen Plänen von Airbus im vierten Quartal 2015 an den Kunden ausgeliefert.

Bisher sind bereits rund 6400 Triebwerke der „Leap“-Reihe von Safran und GE bestellt worden, darunter 40 von der Lufthansa für ihre künftige A320neo-Flotte. Das Konkurrenzmodell des Leap-Motors ist der „Pure Power“-Antrieb des US-Unternehmens Pratt & Whitney. Den Markt der A320-neo-Triebwerke teilen sich die beiden Wettbewerber bisher etwa im Verhältnis 50:50.

Der Technologiekonzern Safran, der im Jahr 2005 aus der Fusion des Triebwerksbauers Snecma und des Elektronikherstellers Sagem entstand, hat weltweit mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Umsatz von 14,7 Milliarden Euro.

In Hamburg hat die Safran-Gruppe nach eigenen Angaben bisher annähernd 500 Beschäftigte in drei Tochterfirmen: Turbomeca (Wartung und Überholung von Hubschraubertriebwerken), Labinal Power Systems (Flugzeugverkabelungen) und Morpho (Röntgentechnik für Sicherheitskontrollen). Aircelle war in der Hansestadt bislang nicht vertreten.

( (v.m.) )

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