Opposition verlangt Hafengipfel beim Bürgermeister

Hamburg. Berichte über Abfertigungsprobleme an Containerterminals und den zunehmenden Verkehrsstau im Hafen werden zum Politikum: Der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion Dietrich Wersich hat Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, alle Beteiligten im Hafen an einen Tisch zu holen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. „Der Bürgermeister muss alles tun, um mit seinem Senat die Turbulenzen rund um den Hafen in den Griff zu bekommen“, sagte Wersich am Freitag. Zuvor hatte das Abendblatt über Beschwerden von Lkw-Fahrern, Spediteuren, aber auch von Reedereien über die schleppende Abfertigung bei der HHLA, insbesondere am Containerterminal Burchardkai, berichtet. Wachsendes Mengenaufkommen, Auseinandersetzungen mit Teilen der Belegschaft über Arbeitszeiten und aus dem Takt geratene Fahrpläne der Schiffslinien haben dort in den vergangenen Wochen zu Engpässen geführt. „Der Senat muss seinen Kernaufgaben im Hafen endlich Priorität geben“, sagte CDU-Politiker Wersich. Auch bei wichtigen Infrastrukturprojekten wie der Hafenquerspange und der Elbvertiefung gebe es keinen Fortschritt.

Auch die Grünen-Fraktion sieht den Bürgermeister in der Pflicht: „Olaf Scholz muss sich endlich um die Probleme im Hafen und der maritimen Wirtschaft kümmern. Wir brauchen hier eine einheitliche Strategie zum Wohle Hamburgs“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Anjes Tjarks. Die FDP-Fraktion wirft dem Wirtschaftssenator, Frank Horch (parteilos), vor, er gefährde den Wirtschaftsstandort. „Statt das Tor zur Welt zu öffnen, schließt er es“, kritisierte der verkehrspolitische Sprecher der Elbliberalen, Wieland Schinnenburg. Er fordert eine bessere Baustellenkoordination.