Chinesen und Japaner kaufen 100 Flugzeuge bei Airbus

Tokio/Paris. Airbus hat zwei Großaufträge aus Fernost erhalten. China unterzeichnete einen Rahmenvertrag über den Kauf von 70 Flugzeugen. Darunter sind 43 Mittelstreckenmaschinen der auch in Hamburg montierten A320-Familie sowie 27 Langstreckenjets des Typs A330. Laut Listenpreis hat der Auftrag einen Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar (7,2 Milliarden Euro). In der Branche sind allerdings Preisabschläge üblich.

Auch die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) kauft bei den Europäern 30 Mittelstreckenjets aus der modernisierten A320neo-Familie. Den Löwenanteil des ANA-Auftrags erhält aber Boeing. ANA bestellte 40 Langstreckenjets der Typen Boeing 777 und 787 „Dreamliner“, teilten die Japaner mit. Damit geht Airbus mit seinem neuen Großraumflieger A350 leer aus, nachdem der Konzern den langjährigen Boeing-Stammkunden Japan Airlines im Herbst für sich gewonnen hatte. Den Preislisten zufolge haben die ANA-Aufträge einen Gesamtwert von 16,6 Milliarden US-Dollar, davon 3,4 Milliarden Dollar für Airbus. Boeing erhielt am gleichen Tag einen weiteren Auftrag aus Japan. Die Fluggesellschaft Japan Transocean Air (JTA) bestelle zwölf Mittelstreckenjets (Typ 737-800), teilte Boeing mit. Laut Preisliste haben die Flieger einen Gesamtwert von 1,1 Milliarden US-Dollar.

Mit den Chinesen wurde zudem beschlossen, ein Gemeinschaftsprojekt zur Montage von Flugzeugen der A320-Familie im chinesischen Tianjin um zehn Jahre zu verlängern. Die „Phase II“ von 2016 bis 2025 soll die Ausdehnung der Auslieferungen auf ganz Asien sowie ab 2017 die Endmontage von Flugzeugen der A320neo-Familie umfassen.